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"Sind wir hier in Europa unangreifbar,
so wird unser Wille um die Erde geachtet werden;
bedrohen uns hier Gefahren,
so fällt alles draußen eroberte wieder zusammen."

Georg Schiele: Das größere Deutschland. Februar 1915

 

 

 

Georg Wilhelm Schiele

Politiker, Moralist, Ideologieproduzent
und Organisator der völkisch-deutschnationalen Rechten

Alfred Hugenberg weist in der Parteivorstandssitzung der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) am 13. Oktober 1932 darauf hin, dass Georg Schiele aus Naumburg der Schöpfer des Volksentscheids gegen den Young-Plan war. Er scheitert zwar am 22. Dezember 1929 an der Wahlbeteiligung, doch der Protest „gegen die Versklavung des Deutschen Volkes" durch die NSDAP hob ihre Reputation in neue Höhen. Es war ihr bis dahin grösster Propaganda-Feldzug. Der approbierte Arzt war Mitbegründer der Vaterlandspartei, Stadt-, Landtags- und Reichstagsabgeordneter, politischer Schriftsteller, Propagandaredner und Autor vieler Leitartikel. "Wenn ein Volk sich selbst regieren soll," popularisiert er 1910 seine elitäre Demokratieauffassung, "so braucht es immer eine Aristokratie irgendwelcher Art." Nach der Willensbekundung des Deutschen Reichstages am 17. Juli 1917 für Frieden und Parlamentarisierung folgt die Herausgabe der Naumburger Briefe. Ihre Texte konstruiert Georg Schiele mit den Begriffen Weltmarkt, Übersee- und Kontinentalspolitik, Freihandel, freier Markt, Zwangswirtschaft, Überbevölkerung, Aristokratie, Vaterland, Opfertod, Frontgeist, Willenskraft, Nation, Scholle, produktive Arbeitslosenfürsorge, freiwilliger Arbeitsdienst und völkischer Staat. Als politische Kategorien charakterisieren sie sein Denken und gewähren eine Platzkarte im völkisch-alldeutschen Flügel der Deutschnationalen Partei (DNVP). Seine aussenpolitischen Ambitionen leiten Kolonialismus, Russlandfeindlichkeit und deutscher Überlegenheitswahn. "Wir haben", heisst es ostentativ in Währungsverfall und Reparationen (1924), "den Geist und das Gewissen des arbeitenden wollenden Europas."

Georg Wilhelm Schiele
(1868-1932)

Viele seiner Ideen und politischen Ziele fliessen in der Schrift "Völkischer Staat" (1926) zusammen. Hier erscheint die Krise der Wirtschaft und des Staates durchaus überwindbar. Doch bedarf es dazu der geistig-moralischen Wende durch den Heroismus eines verzweifelten Expansions-Krieges oder den Front-Geist der Arbeit (1926). Unbeeindruckt von den Ereignissen und Opfern im Ersten Weltkrieg stellt Georg Schiele das Wohl des Vaterlandes über den individuellen Glücksanspruch des Bürgers.

 

Georg Wilhelm Schiele, Naumburg, Friedensstraße 7E (1930), wurde am 17. November 1868 in Naumburg (Saale) geboren. Der Vater war der 2. Domprediger D. thelog. Friedrich Michael Schiele. Cousin Martin Schiele (1870-1939) ist Reichsinnenminister (1925) und Reichsernährungsminister (1927/28, 1930 bis 1932). Von 1878 bis 1887 absolviert Georg Schiele das Naumburger Domgymnasium. Anschliessend folgt ein Studium an den Medizinischen Fakultäten der Universitäten Jena, München, Halle und Berlin. In Seehausen und am Diakonissenhaus in Halle erwirbt er seine ersten Erfahrungen als approbierter Arzt.

Friedensstraße (2006)
Naumburg

 

1903 öffnet er eine Arzt-Praxis in Naumburg (Saale). Von 1905 bis 1909 ist er Stadtverordneter in Naumburg. 1912 gründet er die Gesellschaft zur Förderung der Inneren Kolonisation mit.

Er ist Vater von zwei Söhnen und Vormund von fünf weiteren Kindern (1918).

 

 

Elemente nationalsozialistischer Herrschaftsideologie

Georg Schiele reiste in ferne Länder. Über seine Erlebnisse in Afrika oder die Fahrt mit dem Schiff von Singapur nach Hongkong teilte er sich im Grenzboten mit. Die zu Hause nie eine gute Gesellschaft gesehen, werden in den Kolonien "in einem halben Jahr zum Bluts- und Rassearistokraten". Diesen Rassenstolz und Hochmuth der Deutschen und Europäer anerkennt der Chinese, Inder und Neger und beantwortet ihn mit "entsprechenden Hass". Aber woher und woraus resultiert die Überlegenheit der Weißen? "Ist es der Vorrang der Intelligenz…?" "Ist es die Kultur, die uns überlegen macht?" "Ist es die Moral die uns überlegen macht"? Der Autor (1902, 85 + 88) verneint das, um sogleich erneut zu behaupten: "Aber die Weißen sind doch allen anderen Völkern überlegen, und zwar durch ihre viel größere Willenskraft." Der Unterschied der Kräfte wird noch dadurch erhöht, "dass der Weiße die Muskulatur, die er hat, vielmehr unter seinen Willen stellt und mehr anspannen kann als der Farbige."

Überlegenheitswahn verbunden mit Unterwerfung, die maßlos übersteigerte Vorstellung von der Willenskraft und dem kaltblütigen Mut manifestieren sich bald als Elemente der nationalsozialistischen Herrschaftsideologie.

 

 

Über Einwanderung,
Ausländer, Weltindustrie und -beute

Im Aufsatz über den Schutz dem deutschen Arbeiter von 1911 wettert Schiele gegen die roten Einpeitscher und den Klassenkampf. Er möchte Frieden mit den Unternehmen und den Schutz des deutschen Arbeiters vor unzulässiger Konkurrenz. "Denn sein Konkurrent, der ausländische Schnitter, lässt ihn nicht hochkommen", zitiert er zustimmend aus der Landwirtschaftlichen Wochenschrift für Pommern. Sein Ziel ist die Sesshaftung und Ansiedlung des deutschen Arbeiters auf dem Land. Otto von Dewitz (1850-1926), Grossgrundbesitzer von Zankeuz in Westpreußen, Groß-Ziethen in Brandenburg und Alt-Pleen in Pommern, zollt der Forderung "Schutz des Arbeitslohnes gegenüber einer völkisch minderwertigen Konkurrenz des ausländischen Arbeiters" Beifall.

Als junger Arzt in der Altmark, so um 1894 begegnet Georg Schiele öfter den Fremden. Sonntags sieht er "die schwarzen Horden russisch-galizischer Arbeiter" "an den Straßenecken stehen und alltags auf den Feldern ihr Tagwerk verrichten." "Deutschland ist ein Einwanderungsland geworden", schreibt er 1911 in Die Schicksalsstunde der deutschen Landwirtschaft. "Die Ausländischen können ihre Arbeit unter dem Preis der Einheimischen anbieten", weshalb er "den Schutz der deutschen Arbeit gegen die Unterbietung des Auslandes" fordert. Lange vertritt Schiele die Auffassung, "… sie nähmen den Einheimischen ihr Brot weg und seien schuld an der Verödung des Landes". "Aber ich musste", gesteht er, "bald einsehen, dass der Kausalzusammenhang umgekehrt ist. …. erst ziehen die Einheimischen fort und dann kommen die Fremden herein." Er warnt vor dem Ausländer: "Mehr noch jagt den deutschen Arbeiter aus dem Lande die ästhetisch und ethische Unkultur der ausländischen Arbeiter. .... Das untere Volk ist gegen die Kulturunterschiede mindestens ebenso empfindlich wie die oberen Stände, aber wehrloser." (Schiele 1911, 405/406, 407, 411)

Weil kein Menschenüberschuss, sondern Menschenmangel besteht, wirbt Georg Schiele 1911 (406) für die innere Kolonisation und Sesshaftmachung der Landarbeiter. Er sorgt sich um die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Von "dem Aufglühen der Weltwirtschaft", von der "Weltbeute" verstand es das deutsche Volk "einen guten Teil an sich zu nehmen", worauf "wir stolz sein" können. Deshalb dürfen wir "die Entwicklung unserer Weltindustrie" nicht aufhalten.

 

 

 

Generaloberst Martin Wilhelm Remus von Woyrsch (1847-1920), 14.12.1914 Oberbefehlshaber Armee-Abteilung Woyrsch, 29.8.1916 Oberbefehlshaber Heeresgruppe Woyrsch.

 

Im Krieg

Gleich nach Beginn des Ersten Weltkrieges meldet sich Schiele zum Dienst in das Landwehr-Infanterie-Regiment 46 der Armeeabteilung Woyrsch. Danach erfolgt sein Einsatz als Chirurg im Landwehr-Feldlazarett 22. Ihm wird die Auszeichnung Eisernes Kreuz II. Klasse zuteil.

 


Die russische Gefahr Georg Schiele, Februar 1915

Erst im Februar 1915 leistete Georg Schiele (1915, 10-12) einen Beitrag zur imperialen Kriegszielpolitik, indem er die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf

Die russische Gefahr

lenkte. Es ist die "größte Gefahr unserer Zukunft", die sich hinter unserem Rücken erhebt. Deshalb darf es "Mit Russland" "erst ein Bündnis geben, wenn Russland kleiner geworden ist. … Wir müssen für die Zukunft seine Angriffsfähigkeit schwächen." Deshalb dürfen wir Russland nicht nach Ostpreussen lassen. Denn der Besitz von Ostpreussen wäre für Russland doppelt so viel wert, wie Konstantinopel und der ganze Balkan zusammengenommen.

Die Russophobie von Georg Schiele ist Moment der Gesellschaftsmoral, die der Durchsetzung imperialer Ansprüche dient. Zweifellos ist es eine bedeutende geistige Quelle des deutschen Militarismus, der, wie am 25. April 1945 USA General Dwight D. Eisenhower (1890-1969) in der Proklamation Nr. 1 den Naumburgern unmissverständlich erklärt, "oft den Frieden der Welt gestört" hat.

 

 

Überseepolitik oder Kontinentalpolitik?

"Der Weltkrieg sollte uns doch beweisen," schreibt Georg Schiele im Februar 1915 in Das größere Deutschland, "welches die richtige Einschätzung der europäischen Dinge ist. Europa ist die gewaltige, mächtige Hauptstadt der Welt." Das größere Deutschland wird in Europa liegen. Doch müssen wir die erste Landmacht sein oder wir werden nicht sein. Das ist die Voraussetzung unserer Größe und Kraft. "Das bedeutet aber zugleich, dass wir alle zu unseren Feinden haben werden, und darum ungeheure Anstrengungen zur Verteidigung machen müssen." Es wäre leichtsinnig, wenn wir vor den Gefahren zu Lande die Augen verschliessen würden. "Sind wir hier in Europa unangreifbar, so wird unser Wille um die Erde geachtet werden; bedrohen uns hier Gefahren, so fällt alles draußen eroberte wieder zusammen." Georg Schiele gibt damit auf die Frage Überseepolitik oder Kontinentalpolitik? eine klare und eindeutige Antwort. Erstere setzt eine adäquate Europapolitik voraus, die Deutschlands Zukunft in sich trägt. Darauf setzt er seine ganzen Hoffnungen und ist überzeugt davon, wenn Europa "die Entwicklung nimmt, die es eben haben kann, so werden in einigen Jahrzehnten oder Generationen die nordamerikanischen Wirtschafts- und Unternehmungsverhältnisse klein und zwerghaft erscheinen neben den europäischen." "Zwischen New York und San Franzisko liegen gewaltige Entwicklungsmöglichkeiten, aber zwischen Berlin und Bagdad oder Berlin und Wladiwostok noch ungeheuer viel grössere." Deutschland muss nur die Chancen seines Binnenmarktes erkennen und nutzen, "zumal wenn wir nicht den deutschen Markt allein, sondern den mitteleuropäischen, den durch Deutschland und Österreich-Ungarn dargestellten oder gar den Markt der mitteleuropäischen Handelsverträge nehmen, so übertrifft dessen weltpolitische Bedeutung weit die weltwirtschaftliche Kraft von Nordamerika oder von Russland und England oder sonst eines Weltreiches." Eine noch grössere Zukunft tut sich auf, "wenn durch diesen Krieg der Einfluss Russlands auf den Balkan gebrochen wird und die Balkanstaaten sich rückhaltlos den mitteleuropäischen Handelsverträgen anschliessen." Immer wieder münden die strategischen Überlegungen von Georg Schiele zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands in die Russland-Frage. Und er kann seine Wunschvorstellungen nicht zurückhalten: "Wenn durch Krieg und Revolution das Reich gezwungen würde, sich der westlichen Kultur zu öffnen, wenn es etwa durch Abtrennung seiner Küstenländer an der Ostsee und am Schwarzen Meer geschwächt würde .....  so hätte das deutsche Reich ein Kolonialreich, wie es gewaltiger gar nicht auszudenken ist." (G. Schiele 1915, 18-22)


Kapps engster Mitarbeiter

Seit Beginn des Krieges bestehen zwischen Georg Schiele, Wolfgang Kapp und Alfred Hugenberg enge persönliche Verbindungen. Sie entstanden wahrscheinlich im Lauf der Zeit über die Mitarbeit von Schiele im Alldeutschen Verband. Besonders seine Aufsätze in Die Grenzboten, Zeitschrift für Politik, Literatur und Kunst, erhöhten sein Renommee in nationalliberalen Kreisen. Kontakte verschiedenster Art ergaben sich aus der Mitarbeit in der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation (1912).

Krupp von Bohlen-Halbach, Emil Kirdorf und Wilhelm Beukenberg bestimmten Hugenberg zum Leiter des Scherl-Verlages, der offenbar das Vertrauen und die Freundschaft des ostelbischen Junkertums, der westdeutschen Schwerindustriellen und des preussischen Militärs genoss. Es besteht Handlungsbedarf, weil die Mediengruppe bei den Banken mit 7 Millionen Mark verschuldet ist. 1915 geht der Scherl-Verlag in den neugegründeten Deutschen Verlagsverein über, dessen Geschäftsleitung das Krupp-Konsortium Hugenberg anträgt. So konnten ihn weder Ullstein noch Rudolf Mosse aufkaufen. Wahrscheinlich regte die Preussische Regierung die westdeutschen Grossindustriellen zum Kauf an. Von "unbekannten Geldgebern" gingen 1915/16/17 von der Preussischen Zentralgenossenschaftskasse zum Ausgleich der Bankschulden der Scherl G.m.b.H. mehrere Millionen beim Deutschen Verlags Verein ein. Mit dem Kauf des Scherl Verlags, den gutlaufenden Inseratengesellschaften Hasenstein & Vogler und Dauber & Co. mit ihren verzweigten Geschäftsverbindungen, waren enorme Einnahmequellen erschlossen. Hugenberg war ausserdem seit 1916 über die Westend-Verlag G.m.b.H. an der Telegraphen-Union beteiligt. Aus einem Konglomerat von Verlagen, Zeitungen, Nachrichten- und Werbeagenturen sowie Filmgesellschaften entsteht der Hugenberg-Konzern.

 

Walter Aub: Der Fall Hugenberg. Die Weltbühne, XXII. Jahrgang, Nummer 18, Berlin, den 23. Februar 1926, Seite 292. Hinweis: Die ersten zwei Zeilen aus der Überschrift wurden entfernt.

 

Als Kapps engster Mitarbeiter unternimmt Georg Schiele 1916 einen Vorstoß bei Alfred Hugenberg zum Aufbau einer eigenen deutschnationalen Zeitung. Bereits im Dezember 1915 schwebte ihm so etwas vor. Zwar gibt es ein Publikationsorgan mit diesem Profil, nämlich Das größere Deutschland, Wochenschrift für Deutsche Welt- und Kolonialpolitik. Doch man ist mit ihr unzufrieden. Wohl gilt sie überall als scharf, in Wahrheit aber lenkte sie von den realpolitischen Gebietserweiterungen ab. Um der allgemeinen Kriegsmüdigkeit einen "überragenden Führerwillen" entgegenzustellen und den flaumachenden Tendenzen von Regierung und Demokratie zu begegnen, verfasst Schiele die Denkschrift Notwendigkeit einer Presse - und Propagandazentrale nationaler Richtung. "Möglicherweise war der Aufbau der Pressezentrale Vorbedingung für eine neue Partei, die Schiele damals unter den Namen Konservative Mittelstandspartei oder konservative Bürgerpartei gründen wollte." Doch blieben die Pläne von Kapp und Schiele ungehört. Im April 1917 gelingt, es die Zeitung Deutschlands Erneuerung ins Leben zu rufen. Als Herausgeber treten auf: General Otto Ernst Vinzent Leo von Below, Houston Stewart Chamberlain, Heinrich Class, seit 1908 Vorsitzender des Alldeutschen Verbands, Professor Eberhard Geyer (Wien), Anthropologe, Doktor Georg Schiele und andere. Die Monatshefte für das deutsche Volk kämpfen für die Erneuerung des Deutschtums, gegen alles Undeutsche und die Entartung. Sie wollen die Reinhaltung der deutschen Familie. "Hoch über allem" stehen die Begriffe "Vaterland und Rasse". Schiele drängt konzeptionell auf eine großzügige Sozialpolitik. (Vgl. Hagenlücke 102-103, 106-107)

 

 

Deutsche Vaterlandspartei

Eine sozialdemokratische, katholische und linksliberale Mehrheit will den Verständigungsfrieden und verabschiedet am 19. Juli 1917 im Reichstag die Friedensresolution. Als Antwort darauf gründen am 2. September 1917 Wolfgang Kapp (1858-1922), Alfred von Tirpitz (1849-1939) und Alfred Hugenberg (1865-1951) die Deutsche Vaterlandspartei (DVLP).

Georg Schiele übernimmt die Aufgabe des Hauptgeschäftsführers. "Ich stand in regem Gedankenaustausch mit Kapp seit langen Jahren, und selbstverständlich ist der Verkehr nach dem Jahre 1918 nicht geringer geworden," sagt er als Angeklagter im Jagow-Prozess vor dem Reichsgericht in Leipzig 1921. Kapp wiederum stand in enger Verbindung mit Alfred Tirpitz, Ulrich von Hasell und Erich Ludendorff. Die ersten Gespräche über die Gründung der Partei führte Kapp zum 1. Programmentwurf am 14. Juli 1917 jedoch mit Georg Schiele.

Unterstützung erhält die DVLP von Carl Duisberg, Emil Kirdorf und Hugo Stinnes. An Geld mangelt es nicht. Beispielsweise gehen Schiele im September 1918 über das Bankhaus F. W. Krause von Wolfgang Kapp 10 000 Reichsmark zu. Ehrenvorsitzender der DVLP ist der Präsident der Deutschen Kolonialgesellschaft und Mitbegründer des Alldeutschen Verbandes Johann Albrecht zu Mecklenburg (1857-1920).

Öffentlichkeitswirksam baut die DVLP Ludendorff und Hindenburg als Volkskaiser auf. Friedensverhandlungen zur Beendigung des Krieges lehnt sie ab. Die Partei mit ihren geschätzten 1,25 Millionen Mitgliedern will die Annexion von Belgien, Holland, von Teilen Frankreichs, Polen und der Ukraine. Ihr Ziel ist der Siegfrieden. Nur die Trümpfe der Strategen - Skagerrak-Schlacht 31. Mai / 1. Juni, uneingeschränkter U-Boot-Krieg gegen Handelsschiffe beginnend am 22. Februar 1915 und zwei Offensiven in Frankreich - stechen nicht. Trotzdem setzte man auf Gewinn und diskreditiert die Friedensresolution des deutschen Reichstages als Verzichtfrieden (Hindenburg). Ihre Gegner (Sozialdemokraten, Zentrum, Liberale) nennen ihn den Hindenburg-Frieden, die stattdessen einen Frieden der Verständigung (Fehrenbach) anstreben. Die DLVP plant den Burgfrieden mit der SPD aufzukündigen und als Antwort auf die Parlamentarisierung einen Militärstaat zu schaffen.

Um die Partei zu stabilisieren, beruft Wolfgang Kapp für den 12. November 1918 eine Konferenz ein. Eingeladen ist neben vielen anderen Gottfried Traub, Konrad von Wangenheim und Georg Schiele. Die Revolution überrollt das Vorhaben.

Trotzdem bemüht sich Schiele im November / Dezember weiter darum, eine neue bürgerliche Partei in Tradition der Vaterlandspartei zu gründen. Konservative und Liberale sollen in ein einheitliches Heer Zusammentreten, teilt er in einem Brief an Gottfried Traub mit. Ihm schwebt eine "Vereinigte liberal-konservative Volkspartei" vor.

Für den 10. Dezember 1918 beruft der DVLP-Vorstand den Reichsausschuss ein. Der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Kapp stellt die politische Lage in düsteren Farben dar. Er beauftragt Gottfried Traub zusammen mit seinen Freunden Doktor Georg Schiele und Doktor Nieber, die Partei mit ihren etwa 1 250 000 Mitgliedern aufzulösen. Alle die nicht zum Berliner Tageblatt gehören wollen, rufen Traub und Georg Schiele gemeinsam mit anderen Gesinnungsfreunden auf, sollen sich der Deutschnationalen Volkspartei anschließen. (Vgl. Henrichs 254-255)

Gottfried Traub (1869-1956) und Georg Schiele verbinden völkische Anschauungsweisen, alldeutsche und vaterländische Attitüden. Beide predigen den Opfertod im Dienst von Staat und Nation. Den Hinterbliebenen spendet er mit den Wort Trost: "Die deutschen Kriegstote sind Samen für den Acker des deutschen Volkes, dass aufstehen soll in sittlicher Grösse und Herrlichkeit." "Die Toten wollen uns segnen. Wir müssen uns segnen lassen. Segnen aber heißt Kraft spenden und nicht Kraft nehmen. Unsere Toten auf dem Schlachtfeld nehmen uns die Stärke nicht, sie schenken sie uns."

Gottfried Traub besuchte am 26. Oktober 1918 eine öffentliche Kinovorstellung. Ludendorff war gerade entlassen worden. Grauen und Entsetzen packten ihn, als das Publikum vor Freude jubelte. (Henrichs 92, 251)

 

 

Nationale Vereinigung

Im Spätsommer 1919 gründen Hauptmann Waldemar Pabst, Wolfgang Kapp und Oberst Max Bauer, politischer Berater von General Erich Ludendorff, die Nationale Vereinigung, um eine eine "Einheitsfront aller Nationalgesinnten" herzustellen. Im Klartext heisst dies, Unterbindung von Streiks und Protesten, besonders aber von linken Aufständen. Als Hauptgeschäftsführer stützt sich Pabst auf das Organisationsgerüst der Vaterlandspartei. Zum Führungskreis der Vereinigung gehören Georg Schiele, Gottfried Traub, Ignatz Trebitsch-Lincoln, Schnitzler und Friedrich Grabowsky. Über Kapp und Traub, die im Hauptvorstand der DNVP, unterhält die Vereinigung direkte Verbindung zu den Führern der rechtsoppositionellen Parteien und zu den im Berliner "Nationalen Klub" seit Oktober 1919 zusammengeschlossenen Bankiers, Industriellen, Ministerialbeamten und Großgrundbesitzern, wo Traub als 1. Stellvertreter im Präsidium fungierte. (Nach Akten 2.10.1919)

 

 

Deutschnationale Volkspartei

Zusammen mit Alfred Hugenberg, Hugo Stinnes, Ernst Graf zu Reventlow und anderen sitzt Schiele 1919 im Vorstand des Berliner Nationalklubs. Aus ihm rekrutiert sich eine deutschkonservative Gruppe, die in Verein mit mehreren Freikonservativen, Christlich-Sozialen und Deutschvölkischen am 22. November 1918 die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) ins Leben ruft (vgl. Holzbach 73). Ihre Hauptakteure sind Alfred von Tirpitz, Wolfgang Kapp, Friedrich Winkler und Kuno Graf von Westarp. Am 9. Dezember 1918 wählte die neu gegründete Deutschnationale Partei (DNVP) Oskar Hergt, 1869 in Naumburg an der Saale geboren, zu ihren ersten Vorsitzenden.

Nach dem Ersten Weltkrieg sammeln sich in der DNVP gewisse Kreise aus der ehemaligen Freikonservativen Partei, Christlich-Sozialen Partei und Deutsch-Völkischen Freiheitspartei. Ihre Erzählung über die Kriegskatastrophe handelt von der Dolchstoßlegende und den Novemberverbrechern. In der Partei setzt sich der völkische Flügel durch. Im Grundsatzprogramm bekundet sie eine antisemitische Grundhaltung. Man kämpft jetzt gegen den zersetzenden, undeutschen Geist von jüdischen und anderen Kreisen. Von 1919 bis 1928 erhöht sich die Zahl ihrer Mitglieder von 300 000 auf 696 000.

Dem erweiterten DNVP-Parteivorstand gehört Schiele als Vertreter des völkisch-alldeutschen Flügels nicht an.


Deutsche Volkspartei, Ortsgruppe Naumburg

Vorsitzender
(von 1920-1932):
Landgerichtsrat Lohmeyer, Jenaer Str. 6b

 

Bemühungen der DNVP mit der im Entstehen begriffenen Deutschen Volkspartei zusammenzuschliessen scheitern. Gustav Stresemann führt zu diesem Zeitpunkt Fusionsverhandlungen im Sinne der Einigung des liberalen Bürgertums mit den Demokraten. Die Deutsche Volkspartei beharrte auf der Selbständigkeit, weshalb die Vereinigung der Rechten nicht zustande kommt. (Vgl. Hagenlücke 387-388)

Pfarrer Traub würdigte am 14. Oktober 1932 zur Trauerfeier im überfüllten großen Ratskellersaal die Leistungen von Georg Schiele bei der Gründung der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP):

"Als das Jahr 1918 den Zusammenbruch Deutschlands gebracht habe, sei Schiele wieder in erster Front gewesen, als ein Aufruf zum Zusammenschluss zur DNVP erging. Zu den ersten Vorkämpfern, wie Pfannkuche, Maurenbrecher, zur Sammlung der nationalen Rechten habe Schiele sich bekannt …. Besonders habe Schiele sich damals darum bemüht, dass  n i c h t   e i n e   z w e i t e   n a t i o n a l e   Partei wie die Deutsche Volkspartei sich gründe, doch sei dieses bei den damaligen Verhandlungen im Hotel Continental in Berlin [Dezember 1918] gescheitert: Graf Westarp sei bereit gewesen, auf Schieles Rat einzugehen, doch Stresemann habe den Vorschlag abgelehnt."

Als Ortvorsitzender (1926) und Landesvorsitzender der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) in Halle-Merseburg leistet Georg Schiele, wenn man die numerischen Wahlergebnisse zum Kriterium der Wahrheit erhebt, in der Naumburger Wählerschaft eine erfolgreiche Arbeit. Von 1917 bis zu seinem Tod 1932 prägt er mit seiner Partei das politische Klima der Stadt. Energisch wendet er sich gegen die Erfüllungspolitik, beispielsweise auf der DNVP-Wahl-Werbe-Versammlung am 28. April 1924 im Schützenhaus von Naumburg. 1930 bietet er in der Wettiner-Rede der Öffentlichkeit zwei schlimme Fresser als Feinde an: den deutschen Sozialismus und französischen Militarismus. "Wie lange das wohl noch geht?", fragt er. Allein die hinter der SPD, SAP oder KPD stehenden Wähler, die im nicht geringen Umfang schlicht Arbeiter waren, als politisch als Fresser zu begreifen, macht deutlich, dass sein Gesellschaftsbild mittlerweile völlig durcheinander ist. Was aber wahrscheinlich zu harmlos ausgedrückt.

 

In der 5. Wahlperiode vom September 1930 bis Juli 1932 übernimmt er für die Deutschnationalen im Reichstag ein Abgeordnetenmandat.

 

 

Naumburger Briefe

National bekannt werden die von Georg Schiele herausgegebenen

Naumburger Briefe

zur Verteidigung der wirtschaftlichen Freiheit sowohl in unserer Volkswirtschaft wie im Verkehr der Völker.

Der erste erscheint 1917. Weitere folgen. Sie befassen sich mit wirtschafts-, innen- und aussenpolitischen Fragen vom Standpunkt der völkisch-nationalistischen Ideologie und schlagen die Brücke zu einflussreichen Vertretern der Landwirtschaft und dem Reichslandbund. (Vgl. Schmitz 55)

In deutschnationalen und -völkischen Kreisen gilt Schiele als Wirtschaftsexperte. "Herr von Wangenheim und [Georg] Schiele waren mir aus dem Krieg bekannt," erteilt General Erich Ludendorff im Jagow-Prozess (73) dem Reichsgericht in Leipzig 1922 Auskunft. "Sie haben mich dort in Wirtschaftsfragen aufgesucht und haben mit seltener Bestimmtheit vorausgesagt, wohin uns die Zwangswirtschaft, besonders in der Landwirtschaft führen wird."

Für den Rassentheoretiker, Antisemiten und Übersetzer von Joseph Arthur de Gobineau Essai sur l'inégalité des races humaines (Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen) Ludwig Schemann (1852-1938) war der Arzt und Schriftsteller aus Naumburg "ein höchst regsamer, urgesunder Denker, der seine von tiefer Überzeugung und echt deutschem Fühlen getragenen Anschauungen auf den verschiedensten Wegen, in Broschüren, Zeitschriften und Vorträgen zur Geltung zu bringen suchte." "Seine Hauptschriften sind alle mehr oder minder Ausführungen der Kappschen Grundgedanken und enthalten auch in irgendeiner Form seine Huldigung für den Meister ..." (1937)

Im Übrigen standen viele Experten und Politiker Schieles Schriften ablehnend gegenüber. "Ein schwärmerischer Knabe," urteilt Arno Voigt 1922, "der über Menschen, Mond, Sonne, Landwirtschaft, Geldtheorie und natürlich auch unmittelbar nach empfangener Aufklärung über Malthusianismus seine Systeme schrieb, weil er die Tinte nicht halten kann."

Nach dem Tod von Georg Schiele 1932 teilt Sohn Ernst Schiele die Einstellung der Naumburger Briefe mit.

 

 

Veröffentlichungen von Georg Wilhelm Schiele (Auswahl):

Über den natürlichen Ursprung der Kategorien Rente, Zins und Arbeitslohn (1908), Briefe über Landflucht und Polenfrage (1908), Zur Wohnungsfrage (1911), Gedanken über die Stellung des Haus- und Grundbesitzes (1912), Ueber innere Kolonisation und städtische Wohnungsfrage (1913), Wenn die Waffen ruhen! (1916), Fragen der Kriegsernährungspolitik (1917), Überseepolitik oder Kontinentalpolitik (1917), Der Ernährungssozialismus in der Verteidigung (1918), Einiges vom Tauschen und Handeln und andere Naumburger Briefe zur Verteidigung der wirtschaftlichen Freiheit (1918), Wirtschaftskrieg (1918), Wie der rechte deutsche Arbeiterfrieden aussehen muß (1918).

 

 

 

Kapp-Putsch

Im März 1920 ist Georg Schiele am Unternehmen Wilhelmstrasse beteiligt. "Neben [Gottfried] Traub, .... darf er", nach Karl Ludwig Schemann, "wohl als der treueste unter Kapps Anhängern bezeichnet werden." (1937, 115) Wolfgang Kapp will ihn als Wirtschaftsminister für sein Kabinett gewinnen. "Was das für Fachminister sind, die uns die Reaktion bescheren würde," darüber klärt Reichskanzler Gustav Bauer am 18. März 1920 in Stuttgart die Öffentlichkeit auf,

"das zeigt doch, glaube ich, am besten die Berufung des .... weltfremden, naiven Tagesschriftsteller Schiele, eines Mannes, der die doktrinärsten Ideen während des Kriegs vertreten hat, der von keinem Volkswirtschaftler ernst genommen wurde. Er ist an die Spitze des Wirtschaftsministeriums gestellt worden." (Bauer 74)

Der Putsch misslingt.

Viele verliessen zu früh die Fahne, nicht der Arzt aus Naumburg, erinnern sich später Mitstreiter von Kapp. Als das Scheitern des Putsches zur Gewissheit wurde, flieht Schiele nach St. Wolfgang (Österreich). "Dr. Schiele ist mit verschiedenen falschen Pässen teils im Inlande, teils im Auslande, u. a. in Ungarn aufgetaucht. Am 11. Oktober 1921 wurde er auf Grund des gegen ihn bestehenden Haftbefehls bei dem Versuch, die deutsch-österreichische Grenze auf bayerischem Gebiet zu überschreiten, festgenommen. Gegen eine Sicherheit von 100 000 Mark ist auch er dann auf freiem Fuß belassen worden." (Brammer 1922, 6)

Am 7. Dezember 1921 beginnt vor dem Vereinigten II. und III. Strafsenat am Reichsgericht in Leipzig der Jagow-Prozess. Ein Angeklagter ist Georg Schiele aus Naumburg. "Ich war der Meinung," sagt er den Richtern, "dass bei einem zweiten Vorstoss der Revolutionäre das Bürgertum diesmal nicht abseits stehen, sondern sich ganz energisch seiner Haut wehren würde." (Brammer 1922, 71)

 

 

Das Konzept vom freien Markt

In der Schrift Pax oeconomica (1922) erneuert Georg Schiele das Konzept vom freien Markt. Nur auf dieser Grundlage kann - seiner Überzeugung nach - Deutschland gedeihen. Ursache für die wirtschaftliche Krise ist die staatlich gesteuerte Zwangswirtschaft. Sie brachte grosse Not über die Heimat. Selbst die von den preussischen Behörden organisierte Brotversorgung ist nach Schiele von einer verhängnisvollen demoralisierenden Wirkung. Denn mit der Revolution entstand die Wirtschaftsweise des "falschen Sozialismus". Sie führt zum Zusammenbruch der Volkswirtschaft.

In seiner Eigenschaft als Reichstagsabgeordneter hält Georg Schiele am 1. Mai 1932 in Bad Oeynhausen vor der Jahresversammlung des Westfälisch-Lippischen Wirtschaftsbundes eine Rede. Unter dem Thema Freie oder gebundene Wirtschaft sieht der DNVP-Politiker die Ursache der Krise in der "Verstärkung des kollektiven und sozialen Staates". Deshalb müssen wir, so seine Schlussfolgerung, zurück "zum System der Privatwirtschaft".

Die Zwangswirtschaft ist nicht der richtige Weg. Vielmehr sollen die Gesetze des Marktes und Wettbewerbs sowie der natürlichen Preisbildung siegen: Deshalb kündigt Pax oeconomica an: "Wir werden in allen Ständen wieder aufhören sozialistisch, planwirtschaftlich, gemeinwirtschaftlich (im falschen Sinne) zu denken und wieder anfangen liberal, d.h. richtig ökonomisch zu denken." "Es ist aber nicht nur der irrende Sozialismus der Lohnarbeiterschaft, welcher diese Verwirrung angerichtet hat. Sondern viel gefährlicher noch ist die Planwirtschaft, die hemmungslose Protektionspolitik, die Rationierung des Marktes, die Organisationswut der Unternehmer. …. was nutzen steigende Löhne, wenn der Arbeiter als Verbraucher verhungert? was nutzen steigende Kohlenpreise, wenn der Verbrauch dabei zusammenbricht? Arbeitergewerkschaften und Syndikate sind gleich schlimme Brüder gegen sich selbst und uns alle.

Was wir brauchen ist: freier Markt."

1925 schaltet sich der Arzt und DNVP-Politiker in die Debatte über den Arbeitsdienst ein.

 

 

Der völkische Staat

Höhepunkt des idelogischen Schaffens von Georg Schiele ist seines Schrift der "Völkische Staat", erschienen 1926 als Heft 9 der "Naumburger Briefe". Das neue Staatsverständnis entfaltet der Autor auf einer eigentümlichen Lagebeschreibung: "Der Nibelungen Not geht erst an. Sie heisst: beengte Lebensräume und Existenzslosigkeit." Nicht auf materiellen Gewinn geht der neue Lebenswille aus, sondern auf die "Veredlung der Art". Wir haben keine Zeit mehr uns unnützen Idealen hinzugeben. Hieraus schlussfolgert der Schreiber, eine reiche und weiche Zeit hat den Geist proletarisiert und die Leiber bourgeoisiert. Nun kommt eine Zeit der Verarmung. Die Proletarisierung des deutschen Volkes stösst zugleich viele "Familien des höheren Standes in eine proletarische Existenz" hinab. Das Zeitalter "des Reicherwerdens und der materiellen Sicherheit "fährt in die Grube". An dessen Stelle tritt der völkische Staat, eng verbunden mit dem Frontgeist der Arbeit. Von den Werktätigen verlangt er "die große sittliche Leistung": "Herabsteigen von einem Niveau, das der materialistische Geist für ein Existenzminimum hält". Keine Angst, ruft uns Schiele zu, das Nötige übersteigt nicht die menschliche Kraft, doch fordert es "das Niederkämpfen der proletarischen Neidinstinkte". Das "hart werden gegen sich selbst verlangt eine hohe sittliche Kraft". Denn "zukünftige Sozialpolitik" muss "von anderer Natur sein als die bisherige.

"Machen wir uns klar, dass alle zukünftige Sozialpolitik von anderer Natur sein muss als die bisherige. Wir sind zu arm, um wirkliche materielle Wohltaten zu bieten." Also sollte niemand auf die Sozialpolitik hoffen. "Machen wir uns klar," empfiehlt Georg Schiele, "dass alle zukünftige Sozialpolitik von anderer Natur sein muss als die bisherige. Wir sind zu arm, um wirkliche materielle Wohltaten zu bieten. .... Was wir zu vergeben haben ist ein heldisches Ideal, welches in sich die Kraft hat, zu helfen mit Hilfe der Werkzeuge: Familie, Eigentum, Selbständigkeit, Freiheit." Wer zu entbehren und zu arbeiten versteht, der wird jetzt der Vornehmere sein.

Um Missverständnissen vorzubeugen, grenzt er den neuen Staat von den anderen Formen ab. Er ist nicht (1.) der restaurierte monarchistische Staat, (2.) die Wiederbelebung des Nachtwächterstaates, (3.) ein nationaler Unternehmerstaat (Kapitalistenstaat), (4.) der Klassenkampf-Staat. Ebensowenig verkörpert er (5.) einen Wohlfahrtsstaat. Der völkische Staat ist ein fordernder, ein Pflichtstaat. (Schiele 1926, 6 bis 8) In ihm verschmelzen sich Nationales und Soziales. Zudem läutet er angeblich das "Ende der Futtertrog-Politik" ein.

"Der völkische Staat hat die große Aufgabe, die deutsche Gefahr der Explosion des überheizten Menschenkessels noch einmal zu beschwören …." Die Umschaltung der Menschenmassen von einem auf das andere Feld ist nötig. Aus "der Massenindustrie, wo wir völkisch degenerieren, auf neue Felder und in neue soziale Arbeitsformen, wo wir die völkische Gesundheit für Leib und Seele des Volkes wiederfinden."

Für den deutschen Arbeiter hat Georg Schiele (1926, 10 und 1924, 25 f.) zwei Botschaften parat:

"Wir rufen den Arbeitern zu: Der völkische Staat ist Euer Staat - der völkische Staat ist eurer Erbe und Mehrwert, - die deutsche Volksseele ist eure Seele."

Die Arbeiterschaft " …. mache sie sich zum Fürsprecher des freien Handels, den die ganze Welt braucht und halte mit Zähigkeit an dieser Politik fest. … Sie ist eine Hälfte der Brotpolitik, die wir treiben müssen."

 

Die Wettiner Rede

Georg Schiele pflegt eine enge Zusammenarbeit mit dem Stahlhelm. 1927 tritt er auf der Führertagung des Bundes der Frontsoldaten in Naumburg auf. Eine Zäsur setzt seine Wettiner Rede von 1930, die seinen Weg in den Faschismus vorzeichnet.

 

 

Gesellschaft der Freunde der Artamanen e.V..

"Dr. Schiele …. ist so etwas wie der Theoretiker der Artamanenbewegung", instruiert Hans Bauer 1927 die Leser des "Vorwärts". "Er weist in seinen Artamanenbriefen nach, dass die internationale Asphaltkultur der Großstädte die deutsche Jugend ja doch nur verseuche, und dass es demgegenüber gelte, den neuen Glauben von der Arbeit als vaterländische Verpflichtung in sich aufzunehmen." Das Zentralorgan der SPD reagiert damit auf die Gründung der Gesellschaft der Freunde der Artamanen e.V. am 11. Juli 1926 durch Georg Schiele. Den damit zusammenhängenden Fragen widmet er zwei Naumburger Briefe: 1926: Zur Siedlungsfrage, und 1928: Mitkämpfer. Über Artamanen und freiwilligen Arbeitsdienst.

1928 zählt die Gesellschaft 50 Einzelmitglieder mit 64 Kooperationen (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft, Vertreter der Zuckerfabriken, Landbund, Vereinigung der landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände der Provinz Sachsen und andere). Sie stellen der Bewegung bis 1929 insgesamt 75 000 Reichsmark zur Verfügung.

Die Bewegung beruhte auf der sozial-politischen Konstruktion des dienenden Arbeiters. Was darunter zu verstehen ist, erläutert die NS-Proganda-Schrift Der Arbeitsdienst (1941): "Die Artamanen "stempelten" nicht und redeten nicht. Sie gingen aufs Land zum Bauern und schlossen eine Gemeinschaft dienender Arbeiter. Studenten, Kaufleute, Fabrikarbeiter und Gärtner legten ihre Hände ineinander wurden Wegbereiter einer Idee, die von nun an nicht mehr aus dem deutschen Leben fortzudenken und fortzudiskutieren war."

In der Ostmärkischen Siedlungsschule, dessen Leiter der gottbegnadete Dichter des Ehrhardt-Liedes (Eichenlaub am Stahlhelm schwarzweissrotes Band) Erich Tessmer, werden junge Artamanen herangebildet. (Bauer 1927)

In der Provinz Sachsen verkörpern die Artamanen im Zeitraum von 1924 bis 1929 mit 98 Einsatzstellen eine vergleichsweise starke Bewegung. In Pommern bestanden 26, in Schlesien 52, in Thüringen 43 und in Hessen nur 11 Einsatzstellen. (Vgl. Schmitz 51)

Die Bewegung ist das Terrain der extremen politischen Rechte, die besessen von der Idee, den Menschen zum Zweck der Volksgesundung an den Boden zu binden. Ihre Vorgeschichte beginnt in der Bündischen Jugend. Unterstützung erhält die Bewegung aus einem Förderkreis, der vor allem aus Großagrariern besteht. Ihre Essentials lauten: Wiederherstellung der Ehre und Achtung der landwirtschaftlichen Arbeit, Kampf gegen die Landflucht, Ersatz und Verdrängung der polnischen Wanderarbeiter auf den mittel- und ostdeutschen Rittergütern, Selbsthilfe der Jugend gegen die Arbeitslosigkeit und Förderung des Siedlungsgedankens. (Vgl. Benz 328) Von hier ist es nur ein kleiner Schritt zur Forderung nach Besiedlung des Ostens und der Blut- und Bodenideologie. Heinrich Himmler notiert 1921 in sein Tagebuch: "Das weiß ich bestimmter jetzt als je, wenn im Osten wieder ein Feldzug ist, so gehe ich mit. Der Osten ist das wichtigste für uns. Der Westen stirbt leicht. Im Osten müssen wir kämpfen und siedeln." (Zitiert nach Mues-Baron, Seite 154 f.)

 

 

Die Initiative gegen den Young-Plan

Im Juni 1929 legte ein Sachverständigenausschuss unter Leitung von Owen Young einen neuen Zahlungsplan vor, der die Verpflichtungen Deutschlands im Rahmen des Versailler Vertrags neu regelte und damit den Dawesplan von 1924 ablösen sollte. Es sollte die Summe von 36 Milliarden Reichsmark, verzinst bis 1988, abgezahlt werden. Die Rechten sehen darin eine weitere Unterjochung Deutschlands. "Die finanzielle Verschuldung in Form von Kommerzialisierung einer politischen Schuld", formuliert im Oktober 1929 Georg Schiele in Warum Volksbegehren? ihren Standpunkt, "ist die stärkste Fessel." Von ihm, sagte Alfred Hugenberg in der Parteivorstandssitzung der DNVP am 13. Oktober 1932 in Berlin, stammte die Idee und der Vorschlag für die Durchführung des Volksbegehrens gegen die Versklavung des Deutschen Volkes (Freiheitsgesetz). Sein Ziel war,

"die Volksbewegung
vor aller Welt sichtbar zu machen".

Voraussetzung für den Erfolg war, dass fünfzig Prozent aller Wahlberechtigten mit Ja votierten mussten. Zwar stimmten 5 838 890 Bürger am 22. Dezember 1929 für das "Freiheitsgesetz", was 94,5 Pozent der abgegebenen Stimmen entspricht, doch erfasste dies nur 13,5 Prozent aller Wahlberechtigten. Somit war der Volksentscheid ungültig. Am 17. Mai 1930 trat der Young-Plan rückwirkend zum 1. September 1929 in Kraft.

In Naumburg (Saale) fiel das Ergebnis der Volksabstimmung erwartungsgemäß günstiger aus. Von den 26 467 Wahlberechtigten geben 8 910 Personen (34 Prozent) ihre Stimme ab. Mit Ja votieren etwa 8 493 Bürger.

 

Am 28. September 1932 stirbt Georg Wilhelm Schiele in Naumburg (Saale). Die Trauerfeier fand am 14. Oktober im überfüllten Saal des Ratskellers statt. Doktor Schöbel, Vorsitzender des Kreisvereins der Deutschnationalen Volkspartei Naumburg, begrüsste die Trauernden. Die ehrenden Worte des Gedenkens sprach Pfarrer D. Traub.

 

 

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Bestrebungen. 2. Oktober 1919. Seite 281-284. http://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei1919-1933/cocoonAdR/AdR/0000/bau/bau1p/kap1_2/para2_72.html

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Bauer, Hans: Frontkämpfer der Arbeit. "Vorwärts. Berliner Volksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands". Morgenausgabe. Berlin, den 20. Mai 1927

Brammer, Karl: Fünf Tage Militärdiktatur. Dokumente der Gegenrevolution. Verlag für Politik und Wirtschaft, Berlin 1920

Brammer, Karl: Verfassungsgrundlagen und Hochverrat. Beiträge zur Geschichte des neuen Deutschlands. Nach stenographischen Verhandlungsberichten und amtlichen Urkunden des Jagow-Prozesse. Verlag für Politik und Wirtschaft, Berlin 1922

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Autor: Detlef Belau


Geschrieben:
8. Juni 2010

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