Schulen

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Aus der
Halloren Fiebel für den
Gau Halle-Merseburg
(1935)
mit Zeichnungen von Robert Langermann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schulen als Pflanzstätten deutschen Wesens

 

Der Etat des Preußischen Kultusministeriums stieg von 4,1 Millionen im Jahr 1871 auf 125 Millionen Reichsmark im Jahr 1897. Für 1898/99 sind 136 Millionen geplant, berichtet der Staatsminister des Inneren und Stellvertreter des Reichskanzlers Arthur Graf von Posadowsky-Wehner am 13. Dezember 1897 dem Deutschen Reichstag.

 

Wer denkt nicht gern an seine Schulzeit zurück? Die Zuwendung durch die Lehrer, ihre Mühen und Geduld, die sie für uns aufbrachten. Die Zuckertüte. Unsere Streiche und frechen Einwürfe. Sportwettkämpfe. Wandertage. Freundschaften. Oh, du schöne Schulzeit, - was für wertvolle Erinnerungen! Wir sollten sie nicht mit der Schulpoltik verwechseln.

 

Die Infrastruktur der Stadt Naumburg nahm im Zeitraum von 1890 bis zum Ausbruch des Krieges eien qulitative neue Form. Die grössten Fortschritte machte der Schulneubau. Sämtliche Gebäude der Volksschulen sind gemäss den Erfordernissen der Zeit erneuert, stellt der Erste Bürgermeister Emil Kraatz (1848-1921) am 27. April 1905 mit Stolz in seiner Rede aus Anlass der

Einweihung des Schulgebäudes für die Realreformschule am Bismarckplatz (Theaterplatz) fest. 
  
Wahrscheinlich vor 1930
Gemeint waren damit: Die Fertigstellung der Marienschule 1890 als Volksschule für Mädchen am Marientor, 
  
2008
die Einweihung der Georgenschule als Volksschule für Jungen am 2. November 1899, 
  
2005
der Bezug eines neuen Gebäudes nebst Turnhalle in der Seilergasse 6 bis 10 durch die höhere Mädchenschule (Luisen Oberlyzeum) am 17. April 1900 und 
  
wahrscheinlich vor 1930
die Übergabe des Flügelbaus in der Schulstrasse Ende 1904. 
  
2008
Am 10. April 1918 weiht Oberbürgermeister Dietrich das Oberlyzeum am Kaiser-Friedrich Platz (Heinrich-von-Stephan-Platz) ein. 
  
Wahrscheinlich vor 1930

1878 beziehen die Schüler und Lehrer das mit seiner Front zur Schulstrasse stehende Gebäude. Den rechten Flügel des Schulhauses übernahm 1889 die Bürgerschule Michaelis. Ab 1905 residiert hier die Höhere Bürgerschule für Jungen, die ab 1917 Mittelschule heisst.

 
  
2013
Die Einweihung des neuerbauten Seminargebäudes (für die Ausbildung von Lehrern) erfolgte am 24. Oktober 1910.  
  
etwa um 1914

Vor 1914 besteht die Schullandschaft noch aus der Katholischen Volksschule mit etwa 74 SchülerInnen (1907/08), dem Domgymnasium mit 212 Knaben (1912) und der Höheren Privatmädchenschule mit 87 Schülerinnen (1910/11).

Die Schulen der Stadt bieten Lehrern und Angestellten Arbeit.

Um 1905 zahlen die Eltern für ihren Filius in der gehobenen Bürgerschule (Salztorschule) im Monat 16 Reichsmark Schulgeld.

 

Widerwärtiger sich breit machender Strassenbummel


"Bei der Feier des Semesterschlusses haben diesmal die Direktoren der drei höheren Schulen unserer Stadt, des Domgymnasiums, des Realgymnasiums und der Luisenschule, auf Grund vorherigen Einvernehmens, einige Worte über den immer mehr und immer widerwärtiger sich breitmachenden Strassenbummel der männlichen und weiblichen Schuljugend einfliessen lassen. Sie haben übereinstimmend angekündigt, jedem Schüler und jeder Schülerin, die fortan bei diesem geistlosen Zeitvertreibe betroffen würden, im Betragen das Prädikat Lobenswert zu versagen. Es wäre dringend zu wünschen, dass die Eltern, insonderheit die Mütter, das Bestreben der Schulen mit Nachdruck unterstützen, um dem Treiben ein Ende zu machen, das, bei dem Umfange, den es angenommen hat, geeignet ist, den Ruf unserer Stadt, ja sogar manches guten Hauses zu untergraben."

"Naumburger Kreisblatt", Naumburg, den 4. Oktober 1910

 

Patriotismus, Kaisertreue und Vaterlandsliebe - angelehnt an die Ideen des Alldeutschen Verbandes - prägen das Schul- und Erziehungssystem unter Wilhelm II. Schüler und Lehrer feiern am  2. September das Sedan-Fest und am 27. Januar Kaisers Geburtstag. Rituale des Obrigkeitsstaates zur Aufrechterhaltung von Zucht und Ordnung, der Erziehung zu Gehorsam und Disziplin. Freiheit bedeutet

den "Wille,
zu tun, was wir müssen",

lehrt Schuldirektor Ernst Borkowsky in Der Heilige Krieg (49).

"Im allgemeinen wurde sehr streng darüber gewacht", gibt Lehrer Friedrich Blüthgen (Naumburg) 1958 zu Protokoll, "daß die Lehrer sich nicht vom Geist der Regierungspolitik im Unterricht entfernen, und sich nicht der SPD näherten."

Die Schule kontrollierte nicht nur die politische Haltung und Einstellung ihrer Lehrer und Schüler. Ebenso nahm sie auf alltägliche soziale Verhaltensweisen Einfluss. Zum Beispiel wetterte sie gegen den Strassenbummel.

Einige Schüler spüren und reflektieren die Enge dieses Erziehungssystems. Otto Hollaender (geboren 1888) vom Domgymnasium, Zeugnis der Reife 1907, bewegt seine Gedanken im Abituraufsatz in folgende Richtung:

"Nun habe ich ja stets gern Privatstunden gegeben, und meine pädagogische Begabung ist mir von vielen nicht abgesprochen worden. Aber meine Ansichten über Unterricht und Erziehung stimmen mit dem herrschenden so wenig überein, daß ich in arge Konflikte kommen würde und somit gar nicht daran denken kann, diesen Weg [des Lehrerberufes] einzuschlagen."

Im Land wächst das Bedürfnis nach einer neuen, edlen Schule. Der alten steht die Jugend ablehnend gegenüber, beurteilt am 30. Oktober 1913 Gustav Wyneken [123] im Vortrag über Was ist Jugendkultur? (18) an der Pädagogischen Abteilung der Münchner Freien Studentenschaft die Situation.

 


Generalfeldmarschall Walter Model, geboren 1891 in Genthin, 1909 Abgang vom Domgymnasium Naumburg mit dem Zeugnis der Reife, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Nordukraine (März 1944), Oberbefehlshaber West und Oberbefehlshaber Heeresgruppe B (August 1944).


 

Generaloberst Hans-Valentin Hube, geboren 1890 in Naumburg, Abgang vom Domgymnasium Naumburg 1910 mit dem Zeugnis der Reife, 6. Infanterie-Division (Mai 1940), Generalmajor (1940), kommandierender General des XIV. Panzerkorps (ab September 1942 Stalingrad), Oberkommando des Heeres (Februar 1943).

 



Kapitän zu See Hans-Günther Mommsen, geboren 1893 in Altona, 1913 Abgang vom Domgymnasium Naumburg mit dem Zeugnis der Reife, Diplom-Ingenieur, 1928 Referent in der Marineleitung, 1936 Referent im Oberkommando der Marineleitung, 1939 bis 1945 in Vertretung Chef der Amt Rüstung und Wehrwirtschaft Kriegsmarine (RüWi), Oberkommando der Marine Januar bis Mai 1945, Antrag vom BMWi (Bundesministerium für Wirtschaft) zur Anstellung von Kapitän zur See a. D. Dipl.-Ing. Hans-Günther Mommsen als Angestellter nach der ADO (Allgemeine Dienstordnung) für übertarifliche Angestellte im öffentlichen Dienst (laut Protokoll der Bundeskabinettsitzung vom 5. Mai 1954).

Viele Pennäler streben die Offizierslaufbahn an, verheisst sie doch hohes gesellschaftliches Ansehen, wirtschaftliche Sicherheit und sozialen Aufstieg.

"Ich habe mich entschlossen Offizier zu werden. Der militärische Beruf hat für mich viel Verlockendes",

bekennt Domschüler Erich Reißmann (geboren 1892), wie er in der aufschlussreichen Studie von Julia Ziegler (2009) zitiert wird. Siebzehn Tage nach dem Russland Deutschland den Krieg erklärte, endet die Karriere des jungen Offiziers auf dem Soldatenfriedhof in Vladslo (Flandern).

Natürlich werben die Lehrer für den Militärberuf. Einer von ihnen, der spätere Generalfeldmarschall Walter Model (1891-1945), umschreibt die Akquisition im Jahr 1909 so:

"Neben anderen Gründen bewogen mich mein Interesse an der Geschichte und auf dem Gymnasium gegebenen Anregungen [!] die militärische Laufbahn einzuschlagen."

 

 

Der Oberlehrer
hat den Krieg verloren

Über zunehmende Unbotmäßigkeit, Nichtbeachtung der Ermahnung Erwachsener zur Ruhe und Rücksichtslosigkeit der Schuljugend, "die ihren Grund wohl meist in dem Fehlen väterlicher Zucht haben", beschwert sich der Magistrat der Stadt Naumburg am 1. Mai 1918 beim Direktor des Domgymnasiums Professor Bruno Kaiser. An der Misere geben viele der Schule die Schuld.

Der Oberlehrer hat den Krieg verloren,

klagen sie. Mit anderen Worten: Die Erziehung in der Schule verfehlte ihr Ziel. Sie muss nun endlich, so lautet die Schlussfolgerung, im Einklang mit der nationalen Aufgaben gebracht werden. Zuerst ist die Kriegsschuldfrage abzuweisen. Diese Aufgabe übernehmen die Kriegervereine, vaterländischen Verbände und Rechtsparteien. Sie substituieren die Erinnerung des kollektiven Bewusstseins an den Gaskrieg durch die Forderung nach Wiedererlangung der Wehrhaftigkeit. Viele zieht es wieder in die Armee. "Nicht wenige von Euch", bilanziert Professor Bruno Kaiser auf dem Bücherfest des Domgymnasiums am 22. März 1935, "wollen in die Reichwehr eintreten, um im Offiziersberuf die Erfüllung ihrer Wünsche zu finden. … Denen aber das Glück versagt bleibt, den Waffenrock anzuziehen, die sollen wenigstens politische Soldaten des neuen Reiches sein .…"

 

 

Der Weimarer Schulkompromiss

 

Amtliche Bekanntmachung

Die Aufhebung der geistlichen Schulaufsicht.

Das Ministerium für Wissenschaft und Volksbildung verordnet:

1. Die geistliche Ortsschulaufsicht in Preussen ist von heute ab aufgehoben.

2. Die bisherigen Inhaber bleiben solange im Amt, bis ihre Befugnisse durch die Kreisschulinspektoren übernommen sein werden.

3. Die Übernahme ist unverzüglich in die Wege zu leiten und muss am 31. Dezember 1918 abgeschlossen sein.

Die Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kraft.

Berlin, den 27. November 1918

Adolph Hoffmann
Konrad  Haenisch

 

Als 1918 die Monarchie zerbricht, stürzt Naumburg in eine neue schulpolitische Epoche. Eine Reform und Massnahme jagt die nächste. Aber sie kamen nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. 1891 kritisiert Adolph Hoffmann (1858-1930) in Zehn Gebote, dass die Kirche und die besitzende Klasse die Aufklärung behinderten. Deshalb muss jedem klar sein, argumentiert der SPD-Funktionär, Schule und Kirche gehören getrennt. Bald nach dem er zusammen mit Konrad Haenisch (1876-1925) die Leitung des preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung übernommen hatte, erlassen sie am 15. November 1918 die Verordnung für Geschichtsunterricht, die Reinigung der Schulbibliothek und Unterbringung konterrevolutionärer Propaganda. Am 27. November 1918 erfolgt die Aufhebung der Geistlichen Schulaufsicht. Der nächste Paukenschlag kommt mit der von Gustav Wyneken entworfenen Verordnung über den Religionsunterricht vom 29. November 1918. Sie befreit Freidenker und Atheisten vom Schulgebet und Religionsunterricht. Am 6. Dezember 1919 verbietet Konrad Heanisch die in der Kaiserzeit eingeführten Lehrbücher. Unter den Lehrer entsteht eine spürbare Unsicherheit. Als Reaktion darauf gründet sich der Naumburger Lehrerrat.

Einen gewissen Abschluss finden die Schulreformen mit der Reichsschulkonferenz vom 11. bis 20. Juni 1920 in Berlin, die Reichsinnenminister Erich Koch-Weser (Deutsche Demokratische Partei) einberufen hatte.

 


Wolfgang Krehahn (2011)

Wolfgang Krehahn (Jahrgang 1936) aus Naumburg (Saale) berichtet über seine Erlebnisse mit der körperlichen Züchtigung in der Salztorschule.

Hier hören.
mp3- Datei, 49 Sekunden

Genannt werden Lehrerin Erika Passo (Buchholzstraße 48), Lehrer Erich Thalheim (Bürgergartenstraße 2 E) und der BDM (Bund Deutscher Mädchen).

Detlef Belau: Interview mit Wolfgang Krehahn (Naumburg) am 28. Juli 2011. Auszug.

 

Im Ergebnis der Reichstagswahlen am 6. Juni 1920 zerbricht die Weimarer Koalition (SPD, katholischem Zentrum, Deutsche Demokratische Partei). Nur 21,7 Prozent der Stimmen bleiben der SPD, also ein Minus von 16 Prozent. DDP-Zentrum-DVP bilden die neue Regierung. Das Reichsgrundschulgesetz war bereits am 28. April 1920 verabschiedet worden und damit war die 4-jährige Grundschule eingeführt. Die bekenntnisfreien Schulen bieten keinen Religionsunterricht mehr an. Doch auf Antrag der Eltern können konfessionelle Schulen mit Religionsunterricht eingerichtet werden. Ab der fünften Klasse besuchen die einen die Mittel- oder Realschule und die anderen das Gymnasium.

Bei vielen (oder den meisten?) Naumburger finden die Schulreformen keinen Anklang. Hier kann keine Rede von einem akzeptierten gesellschaftlichen Kompromiss sein. Innenminister Martin Schiele (1870-1939) von der Deutschnationalen Volkspartei (DVP) legt 1925 einen neuen Entwurf vor, der die konfessionelle gegenüber der weltlichen Schule bevorzugt. 1927 stösst der Reichsschulgesetz-Entwurf auf heftige Proteste und Gegenwehr. Die SPD propagiert die lebensnahe und koedukative Schule. Sie will das Bildungsprivileg der höheren Klassen und Schichten abschaffen, also Chancengleichheit herstellen, und damit den sozialen Aufstieg der Arbeiter ermöglichen.

Im Jahr 1924 treffen das Schulpersonal Sparmaßnahmen: Erhöhung der Pflichtstunden für Lehrer und Schüler pro Klasse sowie Verringerung der Wochenstunden für Klassen.

Die Erinnerungen von zwischen 1910 und 1920 im Arbeitermilieu geborener Kinder, fasst Ina Weinkauff (40 f.) zusammen, sind von den reformpädagogischen Konzepten und Neuerungen der Lehrerbildung in der Weimarer Republik kaum berührt. Dafür beklagen sie ihr negatives Bildungsschicksal, ihre soziale Diskriminierung in der Volksschule, den autoritären Druck und die Prügel.

 

 

Naumburg als Sitz der strengen nationalen Familie

 

Gymnasiasten! Seminaristen!

Die in gewissenloser Weise betriebene Verhetzung der Jugend an den höheren Schulen, sowie die dort geduldeten und andauern, betriebenen Umsturzbestrebungen haben zu ernsten Geschehnissen geführt, die geeignet erscheinen, die tiefgehende Erregung der Volksmassen zu fördern. Wir ermahnen diejenigen Schülerkreise, die die Herrschaft über sich zu verlieren scheinen, und lieber mit dem Maschinengewehr umgehen als mit der Wissenschaft, sich der größten Zurückhaltung zu befleißigen, die nunmehr von Waffen gereinigten Schulen regelmäßig zu besuchen und damit zur Klärung der Lage beizutragen.

Auszug aus: Mitteilungs-Blatt Nr. 2 des Aktions-Ausschusses Naumburg a. S. Naumburg an der Saale, Donnerstag, den 18. März 1920

 

Im März 1920 erlebt die junge deutsche Republik eine weitere Bewährungsprobe. Wolfgang Kapp und Walther von Lüttwitz stellen das demokratische Bewusstsein auf die Probe. Gymnasiasten und Seminaristen der Stadt sympathisieren mit ihnen, was nicht der Aufmerksamkeit des von Sozialisten dominierten Naumburger Aktions-Ausschusses entgeht. In einer Erklärung vom 18. März fordert er, Jene, die

lieber mit dem Maschinengewehr umgehen als mit der Wissenschaft,

zu grosser Zurückhaltung auf. Ein kleine Episode, mehr nicht? Mitnichten. Am 7. Januar 1932 kritisiert der SPD-Pressedienst die Zustände im Schulwesen der Saalestadt:

"Die Stadt Naumburg an der Saale hat einen traurigen Ruf als Sitz streng nationaler Familie, streng nationaler Richter und streng nationale Beamte. In Naumburg sind putschistische Verschwörungen ausgeheckt worden. In Naumburg und Umgebung haben die Rathenau-Mörder Zuflucht gesucht.

Es gibt in Naumburg zwei höhere Schulen, ein Realgymnasium und Dom-Gymnasium, und die Schüler sind selbstverständlich ebenfalls streng national. Hitlers SA, der Jungstahlhelm, Jungdo und Wehrwolf rekrutieren sich aus den Schülern der beiden Schulen."

 

 

Wissens- und Technikeuphorie

Um die Jahrhundertwende erfasst die Schule eine ungeheure Wissenschaftseuphorie. 1899 erscheinen Die Welträthsel, die bald in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt werden und für damalige Zeit eine riesige Auflagenhöhe erreichen. Ernst Haeckel erklärt dem Bildungsbürger, für die Wissenschaft gibt es bald keine Grenzen mehr. Die neue Religion glaubt an die grenzlosen Möglichkeiten der Natur- und Technikwissenschaft. Mit dem Gaskrieg kommt die Desillusionierung: Die Wissenschaft wird zur Destruktivkraft.

 

Weimarer Verfassung (1919)

Artikel 144
Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates; … Die Schulaufsicht wird durch hauptamtlich tätige, fachmännisch
vorgebildete Beamte ausgeübt.

Artikel 146
Absatz 1, Satz 1 und 2
Das öffentliche Schulwesen ist organisch auszugestalten. Auf einer für alle gemeinsamen Grundschule baut sich das mittlere
und höhere Schulwesen auf.

(Absatz 2)
Innerhalb der Gemeinden sind indes auf Antrag der Erziehungsberechtigten Volksschulen ihres Bekenntnisses oder ihrer Weltanschauung einzurichten, soweit hierdurch ein geordneter Schulbetrieb, auch im Sinne des Abs. 1, nicht beeinträchtigt wird. Der Wille der Erziehungsberechtigten ist möglichst zu berücksichtigen. Das Nähere bestimmt die Landesgesetzgebung nach den Grundsätzen eines Reichsgesetzes.

 

1900 lobt Friedrich Alfred Krupp (1854-1902) zur Förderung der Wissenschaft und im Interesse des Vaterlandes ein Preisausschreiben aus. Das Thema lautete:

Was lernen wir aus den Prinzipien der Deszendenztheorie in Beziehung auf die innenpolitische Entwicklung und Gesetzgebung der Staaten?

Die Ausschreibung unterzeichnet Ernst Haeckel, Johannes Conrad und Eberhard Fraas. Wilhelm Schallmayer (1857-1919) erhält den ersten Preis mit der Arbeit:

Vererbung und Auslese im Lebenslauf der Völker.

Die Sozialpolitik darf nicht länger kontraselektorisch vorgehen, lautet etwas vereinfacht die Erkenntnis des Arztes. Dafür gibt es ein Preisgeld von 30 000 Mark. 1903 erscheint die Schrift stark umgearbeitet als Buch. Nach dem Ersten Weltkrieg avanciert sie zum Standardwerk der Rassenhygiene. Sozialdarwinismus und Eugenik prägen jetzt das neue soziale Denken und die Wertorientierung der Eliten.

1925 kann sich der Naumburger in der Biologischen Arbeitsgemeinschaft des Nationalsozialistischen Kollegs bilden. Der Themenplan umfasst nicht nur Assimilation und Dissimilation, Wachstum, Reizbarkeit, Eiweiß und die Mendelschen Vererbungsgesetze, sondern ebenso die Grundsätze der Rassenpolitik, die Wahrung und Mehrung der nordischen Rasse, besonders die Stärkung dessen Zusammengehörigkeitsgefühls. Nach 1933 diffundiert dies in die Schule. Freilich nicht so schnell, wie es sich die Nationalsozialisten wünschen. Nicht alle Fachlehrer tragen diesen gefährlichen Unsinn der Vermengung von Politik und Biologie mit. Es bedarf des Einsatzes der Schulbehörde, um dies zu bewerkstelligen. Denn bei den Lehrern bestehen Vorbehalte, wie dem Dokument Fragen zur Neuordnung der höheren Schulen vom 29. Juni 1938 in folgender Weise zu entnehmen ist:

"Man kann sie wohl in Rassenkunde, Vererbungslehre und Bevölkerungspolitik schulen. Aber man kann ihr anerzogenes Denken nicht so umstellen, dass ihnen das Verständnis für die Gesetze des organischen Lebens wirklich in Fleisch und Blut übergehen."

Anders bei Professor Otto Steche (1879-1945), der am 6. Januar 1936 in der Domschule seine Tätigkeit als Studiendirektor aufnimmt. Für ihn sind Rassenbiologie, Vererbungslehre und Sozialdarwinismus Kernziele der schulischen Erziehung.

 

 

Verstaatlichung
des Geschichtsbildes

In den Schulen gab es Kämpfe um Kaiserbilder, Fahnen, Embleme und Uniformen. Aber trotz des Weimarer Schulkompromisses oder Massnahmen zur Säuberung des Lehrbuchbestandes, wandelte sich das Geschichtsbild der Schule nur wenig. Dies demonstriert die Zeremonie zur Einweihung der Gedenktafel im Naumburger Dom für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Domschüler im Jahr 1924. Die deutschnational erzogenen Lehrer beschwören weiter den patriotischen Geist der Schlacht von Tannenberg und Hindenburg als Heilsbringer der deutschen Nation. Die Ursachen des Ersten Weltkrieges sind tabu. Wer da nicht mitmachen wollte, der war in Naumburg nicht willkommen.

Das Weltbild für ihre Schüler kopieren die Lehrer aus Ernst Jüngers (1895-1998) Stahlgewitter und Walter Flex`s (1887-1917) Der Wanderer zwischen beiden Welten (1916). Der Krieg wird heroisiert und das Opfer für das Vaterland als höchste moralische Tugend gepriesen. Doktor Heinrich Lemcke (Jahrgang 1884), Direktor der Städtischen Oberschule für Jungen Walter Flex, legt größten Wert darauf der Öffentlichkeit mitzuteilen:

"So wird, wenn wir noch einmal zeigen wollen, wie wir als Schule die große Wende unser Zeit, die nationale Erhebung des Jahres 1933, erlebten, wie wir ihr an unserem Teil unter der strengen staatlichen Aufsicht der Systemzeit und darum unter nicht leichten Umständen doch folgerichtig und unbeirrbar in den Herzen unserer Jungen den Boden bereiteten ...." (Lemcke 51)

 

 

Ein Gifttrunk aus machtberauschten
Nationalismus, Rassen- und Überlegenheitswahn

Am Morgen des 12. Oktober 1913 stellt Gustav Wyneken (1875-1964) beim Jugendtreffen auf dem Hohen Meissner die Frage:

"Soll es dahin kommen, das man euch nur gewisse Worte zurufen braucht: Deutschtum, national, um euren Beifall und Heilruf zu vernehmen?"

Es kam dahin, dank Georg Schiele, Stahlhelm, Kolonialbund, Wehrwolf, Kriegervereinen und Nationalsozialistischen Schülerbund. Im Unterrichtsfach Geschichte erwachen Preußens Glanz und Gloria, die Kriegshelden und die Schlacht von Tannenberg zu neuen Leben.

"Zu den schändlichsten Attentaten der Schule gegen den deutschen Geist gehört", urteilt Carl von Ossietzky, "die völlige Konfiskation des großen Bauernkriegs von 1525. An diese mächtige und farbenfrohe Epoche wird nicht soviel Zeit gesetzt wie an die aufgeplusterten Ruhmestaten des kleinsten alles Habitues der Siegerallee."

Über die Schüler ergiesst sich die Propaganda von der Dolchstoßlegende (Hindenburg) und von der Schimpf und Schande der Novemberverbrecher. Der Versailler Vertrag macht die Deutschen ehr- und wehrlos, zwingt sie in den Schandfrieden. Aber ihr geliebter Führer wird sie davon befreien, hören die Schüler immer wieder. Ein machtberauschter Nationalismus mit den Fermenten des Größen- und Rassenwahn gärt in Naumburgs Schulen.

1929/30 dringt die NSDAP Gau-Leitung mit ideologischen Aktivitäten in den Schulbetrieb ein. Zusammen mit der Ortsgruppe der NSDAP entfacht sie am Domgymnasium den Kulturkampf. Die Provinzialschulbehörde erkennt die Tragweite dieser Vorgänge, versucht sie abzuwehren, vertraut auf die republikanische Erziehung der Schuljugend. Nur -, die Eltern sind ihr oft nicht zugetan. Viele Lehrer ebenfalls nicht. Stellenreduzierungen (1923/24) und Gehaltskürzungen (1931) beflügeln ihre Begeisterung für die Republik nicht gerade.

Die Schulverwaltung soll die Erziehung der Jugend im nationalen und christlichen Sinne leiten. "Das Jahr der nationalen Erhebung 1933 ist auch im Schulwesen nicht ohne Auswirkung geblieben," stellt der Verwaltungsbericht 1933 für das Schul- und Unterrichtswesen der Stadtverwaltung Naumburg fest und fährt fort:

"Wenn auch die Lehrpläne der Schulen im Berichtsabschnitt noch nicht grundlegend geändert wurden, so wurde doch der Unterricht selbst vor allem in Geschichte und auch der Deutsch-Unterricht vor völlig neue Aufgaben gestellt. Die mit starker Hand in Angriff genommene Erziehung der Deutschen zum Nationalbewusstsein sowie die erstrebte Stärkung des Freiheitswillens und der Wehrhaftigkeit führten völlige Veränderungen im Unterricht herbei."

 

Erlass über Erziehung und Unterricht in den Höheren Schulen“

- 29. Januar 1938 -

„Die deutsche Schule ist ein Teil der nationalsozialistischen Erziehungsordnung. Sie hat die Aufgabe, im Verein mit den anderen Erziehungsmächten des Volkes, aber mit den ihr eigentümlichen Erziehungsmitteln den nationalsozialistischen Menschen zu formen.“

Ich lege damit, schreibt der Erziehungsminister weiter, an die Schulen eine verantwortungsvolle Aufgabe in ihre Hände. „Sie kann nur erfüllt werden, wenn die Lehrerschaft der Höheren Schulen aus den neuen Bestimmungen Ansporn und Verpflichtung für ihren Dienst an der deutschen Jugend entnimmt und im echten Geist den nationalsozialistischen Erziehungswillen in die Tat umsetzt.“

 

Die "Hauptaufgabe" des Schulunterrichts besteht jetzt in der "Erziehung zu nationalsozialistischer Weltanschauung und Staatsgesinnung" (NS-Schule). Mit dieser Aufgabe tun die Lehrer sich nicht schwer. Von den 123 Lehrern wird nur - soweit (mir) bekannt - Friedrich Blüthgen (SPD) der Schule verwiesen.

"Alle auf Grund kommunistischer Vorschläge gewählter Vertreter", weist die Abteilung für das höhere Schulwesen des Oberpräsidenten der Provinz Sachsen und der Preussische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung am 9. Mai 1933 an, "haben mit sofortiger Wirkung aus den Elternbeiräten auszuscheiden." (Elternbeirat)

Gemäss der Verfügung des Reichs- und Preußischen Ministers für Erziehung, Bildung und Jugend vom 11. Juni 1934 ist eine Mitwirkung der Eltern an der schulischen Erziehung ihrer Kinder nicht gewollt. Die Auflösung der Elternbeiräte durch den Ministererlass vom 24. Oktober 1934 bedeutet eine weitere Entdemokratisierung der Schulen.

Die Nationalsozialisten brandmarken humanistische Reformen der Schule als Pazifismus und Vaterlandsverrat, bekämpfen die sozialistischen Schülerbünde, lehnen die Reform- und Sexualpädagogik von Doktor Magnus Hirschfeld ab und heften an die Jazzmusik den Ludergeruch der Unmoral. Sie verstehen sich als Gegenkraft zu den "großstädtischen Literaten" (Tucholsky, Ossietzky). Viele Stoffgebiete der Schule sind nach 1933 von den Ideen des Sozialdarwinismus durchdrungen. Die Fächer Biologie, Geografie, Natur- und Heimatkunde durchzieht die Wahnidee von der Überlegenheit der arischen Rasse. Studiendirektor Professor Doktor Steche, der deutschlandweit Ansehen als Sozialdarwinist und Judenhasser geniesst, treibt am Domgymnasium die biologische Ausrichtung der Schule mit Rassenkunde, Vererbungslehre und Bevölkerungspolitik voran.

Schüleraufsatz aus dem Domgymnasium Naumburg im Schulheftformat von etwa Ende 1943

Archiv der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz

Auch die Städtische Oberschule für Jungen (Bismarckplatz / Theaterplatz) verfällt dem Rassen- und Überlegenheitswahn. Ihr Direktor Oberstudienrat Doktor Heinrich Lemcke (1935, 69) fordert:

"Vor allem aber ist es in der deutschen Schule Pflicht auch des deutschen Unterrichts dafür zu sorgen, dass die erbbiologisch-rassische Lehre als wichtigste Grundlage nationalsozialistischer Weltanschauung in Lehrern und Schülern höchst lebendig werde und immer lebendig blübe."

Ein Schüler des Domgymnasiums Naumburg schreibt Ende 1943 in einem Aufsatz: Vier Jahr dauert der Krieg schon.

"Er ist uns von den Gegnern aufgezwungen, weil sie neidisch waren auf den Wiederaufstieg unseres Vaterlandes."

In welchen Bewusstseinszustand befinden sich ihre Lehrer? Vernebelt rassisches Erleben ihren Verstand? Unter diesem Titel erscheint 1935 im Auftrag der Gauleitung des NS-Lehrerbundes Halle-Merseburg ein Buch im Hermann Schroedel Verlag Halle. Die Schrift dient der Weiterbildung im Fach Deutsch. Sie enthält zwei Beiträge von Naumburger Lehrern, die dem Antisemitismus Nobilität verleihen möchten. Im Aufsatz

Rassische (n) Geschichtsauffassung.

probiert sich Lehrer Wilhelm Zils von der Städtischen Oberschule für Jungen (Bismarckplatz / Theaterplatz) am Nachweis der Überlegenheit des Deutschen.

 

Oberstudiendirektor
Wilhelm Zils (Charlottenstrasse 1),

1893 geboren in Arnoldsdorf (Westpreussen). Seit 1929 am Realgymnasium (Bismarckplatz) in Naumburg. Ab 1. Dezember 1936 als kommissarischer Studiendirektor am Oberlyzeum Halle tätig.

 

Er gehört zur nordischen Rasse, die ihre Entstehung schärfster Züchtungsauswahl verdankt. Hierbei muss "dass Religiöse eingehend gewürdigt" werden. Symbolisch assistieren den Oberstudiendirektor die Kruzifixe an den Wänden der Klassenräume. Hitlers Bild muss aber im Klassenraum einen bevorzugten Platz einnehmen, fordert die Weisung der Abteilung für höheres Schulwesen des Oberpräsidenten der Provinz Sachsen vom 6. Juli 1937. Es ist ganz im Sinne des Allgegenwärtigen, wenn Lehrer Zils darlegt: "Der Nationalsozialismus führt uns zu den Quellen unserer Kraft zurück." "Führer und Volk sind eins ..." "Auf dieser Grundlage und nur auf dieser wird Deutschland ewig sein." (66)

Zur Förderung der rassenpolitischen Erziehung legt Doktor Heinrich Lemcke, ein weiterer Lehrer der Städtischen Oberschule für Jungen in Naumburg, 1935 den Aufsatz

Rassisches Erleben in der deutschen Dichtung

vor. Ihre Notwendigkeit leitet er aus den biologischen Grundlagen des Nationalsozialismus ab. Die Aufmerksamkeit gilt vor allem der nordisch-heldischen Haltung, weil darauf die Überlegenheit der germanisch-deutschen Rasse beruht. Und nur sie ist erstrebenswert. Deshalb muss sie an die Schüler weitergegeben werden. Dem Autor dienen die Werke der deutschen Dichter und Schriftsteller als Container für den Transport der Rassenideen zum Schüler.

 

Oberstudiendirektor
Dr. Heinrich Lemke

geboren am 1984 in Köln, Burgsteinfurt (Westfalen), Minden, seit in 1925 Naumburg

 

Aus Anlass des Erscheinens der Schrift, bittet der NS-Lehrerbund Naumburg Heinrich Lemcke zum Vortrag. Er unternimmt einen historischen Streifzug durch die deutsche Literatur. Als Filter dienen ihm drei Fragen:

Welch rassischer Artung und Seelenhaltung ist der Mensch in der Dichtung?
Wie stellt sich der Dichter selbst ausdrücklich zum Rassischen?
Welch rassischen Herkunft ist der Dichter selbst?

Dem Hildebrand-, Gudrun- oder Nibelungenlied stellt er die höfische Epik, die angekränkelt von westlichen Einflüssen, gegenüber. Mit dem Entstehen der deutschen Stadt und des Bürgertums zieht die Haltung der Derbheit und Gemütlichkeit herauf, die von der dinarischen und ostischen Rasse beeinflusst ist. Als nordische Menschen begreift der Redner Meister Ekkehard, Luther und Ullrich von Hutten. Bei Lessing zeigt sich das rassische Erleben nicht im Nathan der Weise, sondern in Mina von Barnhelm. Herder tat das Rassische im Volkslied kund. Alfred Rosenberg nannte Heinrich Heine eine Kanaille. Im Anschluss daran fragt der Oberstudiendirektor, ob man vom Standpunkt der Rassenkunde und des -schutzes Schriftsteller wie Emil Ludwig (1881-1948), Lion Feuchtwanger (1884-1958) und Genossen anders behandeln kann. Das Ziel tut er mit folgenden Satz kund:

"In Deutschland sind diese Schädlinge, diese Spalt- und Giftpilze heute verschwunden aus dem deutschen Dichterwald." (84/85)

Von Eichendorf, Hölderlin, Storm, Fontane, über Paul Ernst bis Hermann Stehr, zitiert er sich im Vortrag vor dem NS-Lehrbund bis Ernst Bertram, einem Anhänger von Stefan George. Das Gut dieser besten Vertreter des rassischen Erlebens, gilt es zu erhalten und für alle Zeit in der Schule weiterzugeben. Darauf muss sich die gesamte Bildungs- und Erziehungsarbeit des völkischen Staates konzentrieren. Denn der Rassesinn und das -gefühl soll sich über Instinkt und Verstand in das Herz und Hirn der Schüler "hineinbrennen". Keiner soll die Schule verlassen, ohne die Notwendigkeit der Blutsreinheit zu erkennen.

 

 

Politik und Schulalltag

Nicht selten erwecken die Erinnerungen an die Schulzeit den Eindruck, als ob Schule und Politik voneinander getrennt existierten. Dem Einzelnen mag dies so erscheinen. In Wahrheit durchdrang aber die Politik intensiv den Schulalltag. Sie griff empfindlich in die Zeitsouveränität der Lehrer und Schüler ein.

"Noch bedenklicher als dieser Mangel an Zeit erscheint jedoch aber die Beobachtung,"

heisst es in einem Schuljahresbericht der Domschule,

"dass bei den Schülern die Fähigkeit zu gesammelter und vertiefter Arbeit zurückgeht."

Aufgrund der außerschulischen Belastungen, reduziert die Schulleitung die Wandertage. Ebenso konnten dramaturgische und musikalische Darbietungen durch die Schüler für die Elternabende nicht vorbereitet werden. Der Bericht artikuliert das Bedürfnis alles was die äußere und innere Ruhe stört, von den Schülern fernzuhalten. Dies kommt einer verklausulierten Forderung nach einer Entpolitisierung des Schulbetriebs, oder zumindest einer deutlichen Abschwächung gleich.

Die Fähigkeit zum selbstständigen und kreativen Arbeiten konnte sich bei den Schülern nur ungenügend entfalten. Erschwerend wirken die fehlenden Lehrbücher. In einigen Fächern, zum Beispiel in der Klasse 3 in Griechisch und Latein, erreichen die Lehrer am Domgymnasium nicht das vorgeschriebene Stoffpensum.

"In Klasse 5 wirkt sich die Belastung durch den HJ-Dienst (84 Prozent) besonders ungünstig aus. Die Jungen konnten nur das Unbedingte für die Schularbeiten leisten."

"In Klasse 6 ist die Begabung gut, die häusliche Mitarbeit ließ aber infolge anderweitiger Beanspruchung erheblich nach."

Der Schuljahresbericht 1938/39 des Domgymnasiums beklagt einen erheblichen Stundenausfall. In der Klassenstufe 7 beträgt er im Fach Deutsch 22,4 Prozent und in Geschichte 16 Prozent. In der Klassenstufe 8 fielen 22 Prozent des Französisch-Unterrichts aus. Überhaupt sind die höheren Klassen vom Stundenausfall am stärksten betroffen, was zum Teil durch den Erntehilfeeinsatz im Herbst `38 bedingt.

Mit Runderlass vom 28. April 1941 und 13. Juni 1942 erfolgt die Einführung der Hauptschule im Gebiet des Deutschen Reiches. Sie soll die Mittelschule ersetzen. Zu vier Grundschuljahren kommen vier aufsteigende Klassen. Damit verringert sich die bisherige Mittelschulzeit von 10 auf acht Jahre.

Allmählich wirkt sich der Krieg auf die Arbeit der Schulen aus. Es herrscht akuter Lehrermangel. Durch den Zustrom von Bombenflüchtlingen steigt die Anzahl der Schüler pro Klasse beträchtlich. Sechzig, siebzig und achtzig Schüler in einer Klasse sind in der Provinz Halle-Merseburg keine Seltenheit.

 

 

Domgymnasium
Domplatz 17

 

Bild 2007

Anstaltsleiter 1909 bis 1912 Christian Wilhelm Flemming, 1912 bis 1935 Professor Doktor Bruno Kaiser, Nachfolger: Professor Doktor Otto Hermann Steche.

Klassenstufen: Sexta (5), Quinta (6), Quarta (7), Untertertia (8), Obertertia (9), Untersekunda (10), Obersekunda (11), Unterprima (12) und Oberprima (13).

Schuljahr 1933/34: 12 Lehrer, 180 Schüler, Schuljahresende am 28. März 1934 mit 13 Lehrern und 177 Schülern.

Das Schulgeld für die Ober- und Unterprimaner beträgt zwischen 25 und 15 Reichsmark pro Monat (April 1933).

 

Blick auf die Kadette (1900-1920), dann Stabila (1920-1934) und NPEA (1934-1945), Kösener Straße 50 - Bild vor 1945

Kadette (1900-1920)

Ein Herd des deutschen Militarismus war die am 1. April 1900 in Naumburg eröffnete Königlich Preussische Kadettenanstalt. In der großzügig gestalteten Anlage herrschte der wilhelminische Geist von Gehorsam, Ordnung und Disziplin. Ein rüder Ton, Soldatenjargon und üble Rituale begleiten den Schulalltag der jungen Offiziersanwärter. (Vgl. Löffler) Im ersten Ausbildungsjahr drillt sie 181 Jungen im Alter von 10 bis 15 Jahren. Schüler waren u.a.: Cordt von Brandis, der Held von Douaumont, Freikorpsführer im Baltikum Walter Wenck, Freikorps Reinhard, Hasso von Manteufel, Siegfried Karl Theodor von Westphal, Harry Kraatz (Sohn des Naumburger Oberbürgermeisters Kraatz).

Kommandeur der Kadette war Karl Anton Alexander Hermann von Zglinitzky. Zu ihren Schüler gehörte Wolf-Dietrich von Witzleben (1886-1970), der sich später gut mit den Nationalsozialisten vertrug. Er brachte es zum Wehrwirtschaftsführer und Aufsichtsratsvorsitzender der Siemens & Halske AG und der Siemens-Schuckertwerke AG. Ein anderer Eleve, Klaus Graf von Baudissin (1891-1961), half den Nazis später tatkräftig beim Kampf gegen die entartete Kunst. Kadett Karl von Eberstein (1894-1974) baut zusammen mit anderen die NSDAP in Naumburg (Saale) auf.

 

Karl Anton Alexander
Hermann von Zglinitzky,

geboren am 20. August 1854 in Frankfurt Am Main, Kadett in Oranienstein, ab 7. August 1877 Kompanie-Offizier an der Unteroffiziersschule Potsdam, 1887 Hauptmannspatent, ab 17. Dezember 1819 Kompaniechef in der H.K.A Groß-Lichterfelde. 1896 Beförderung zum Major seit 1. Januar 1900 Kommandeur des Kadettenhauses Naumburg

 

Der Versailler Vertrag forderte die Schliessung der Kadette (Bilder). Am 9. März 1920 findet der Abschlussappell statt. Hernach zieht gemäss Beschluss der Reichsregierung vom 30. März Direktor Doktor Güssow mit der Staatlichen Bildungsanstalt (Stabila) in den Gebäudekomplex Kösener Straße 50 ein.

 

1920-1934: Staatliche Bildungsanstalt (Stabila).

Direktor Doktor Güssow, dann Doktor Wallstabe. Erzieher und Lehrer (Auswahl): Doktor Erich Dietzel, Ortwin von Holdt, Doktor Fritz Lehmann, Erich Pille, Doktor Walter Schlunke, Oberlehrer Tongers, Oberlehrer Schöne.

Mit 178 Schülern beginnt am 6. Mai 1920 der Unterricht. Statt Heerführer sollen nun Volksführer heranwachsen. Die neue Schule übernimmt viele Jungs von der Kadette. Nur allmählich verändert sich die soziale Zusammensetzung der Schüler. Söhne aus Familien, wo der Vater gefallen oder kriegsschwerbeschädigt war, werden bevorzugt aufgenommen. Anfänglich herrscht an der Schule eine gewisse Konzeptionslosigkeit (vgl. Page). Die Schülerzahl erhöht sich bis 1930 auf 330. Wie am Domgymnasium beginnen sie in der Sexta mit Latein. Mit ihrem Hang zum Deutschnationalen bildet die Einrichtung oft ein Ärgernis für die übergeordnete Behörde. Es ".... finden allwöchentlich zweimal unter Leitung von zwei ,Erziehern', Offizieren a. D., Feldübungen im Schützengraben statt. Die ganzen Anlagen sind noch von der weiland Kadettenanstalt geblieben. Die Teilnahme ist, selbstverständlich fakultativ. Es machen aber fast alle mit, und wer nicht mitmacht - na, der kann sich gratulieren", berichtet 1923 die Weltbühne (Berlin).

Interessante Details über das Schulleben erzählt Winfried Page (siehe Quellennachweis).

Von 1934-1945: Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NPEA, Napola genannt): Anstaltsleiter Doktor August Hellmann (1934-1939) und Alfred Männich (1939-1945).

 

Landesschule Schulpforta,
dann NPEA Schulpforta

 

Teilansicht Schulpforta (2005)

 

 

Realreformgymnasium
vor 1930

Reformrealgymnasium
mit Oberrealschule

Ab 7. Januar 1938 (Datum der öffentlichen Bekanntmachung): Walter-Flex-Schule, Städtische Oberschule für Jungen,
Bismarckplatz (Theaterplatz) 3

Direktor von 1895 bis Ostern 1925 (Ruhestand 30. April 1924): Hugo Fischer.

Nachfolger: Oberstudiendirektor Doktor Heinrich Lemcke.

17 Klassen, 301 Schüler (Realreformgymnasium), 78 Schüler (Oberrealschule), 22 Lehrer (1933); Schulgeld: 20 RM je Monat für Naumburger und 25 Reichsmark für Auswärtige. Das monatliches Schulgeld für Naumburger beträgt 20 Reichsmark und für Auswärtige 25 Reichsmark.

"Ab Mittelschule musste Schulgeld gezahlt werden," erinnert sich Dorothea Dammert (um 1929). "Zehn Mark klingt wenig, aber der Monat war schnell um, und für viele Eltern war es schon ein Opfer bei geringem Verdienst. 35 Schülerinnen waren wir im ersten Schuljahr. Doch das änderte sich bald. Durch Verzug, Sitzen bleiben, Übergang zur Volksschule oder zum Gymnasium wurde die Klassenstärke reduziert.“

 

 

Schulgeld für die Walter-Flex-Schule und Luisenschule

für das Jahr 1938 in Reichsmark pro Monat

 

Kinderzahl

Ermäßigung

Einheimische

Auswärtige

1

 

20,-

25,-

2

1/10

18,-

22,50

3

3/10

14,-

17,50

4

5/10

         10,-

12,50

5

6/10

 8,-

        10,-

6 und mehr

7/10

 6,-

7,50

 

für die Mittelschule

 

1

 

        12,-

        15,-

2

1/10

10,80

13,50

3

3/10

8,40

10,50

4

5/10

         6,-

7,50

5

6/10

 4,80

         6,-

6 und mehr

7/10

 3,60

4,50

 

Nach amtliche Bekanntmachung  vom 21. März 1938

 

 

Das Gebäude der heutigen Alexander von Humboldt Schule wird am 27. April 1905 am Bismarckplatz (Theaterplatz) eingeweiht. Stadtbaumeister Wagner hat zusammen mit Otto Lemcke und Moritz Schuhmann ein ansehnliches Quadersteinhaus mit einer Turmuhr auf dem Dach errichtet. Die Fronten sind aus Sandstein, das Dach geschiefert. Das Realreformgymnasium umfasste zwanzig Klassen, die sich in Vorschulklassen, Real- und Gymnasialklassen gliedern. 1911/12 lernen hier 428 Schüler und 85 Kinder in der Vorschule. Mit Kriegsbeginn - 1914 - leeren sich die Klassen.

Im März 1920 dient die Schule als Hauptquartier und Waffenlager für die Anhänger der Putschisten.

Im selben Jahr beginnt der Abbau der dreiklassigen Grundschule. 1927 vereint sich das Realreformgymnasium mit der Oberrealschule. Gemäss Besoldungsgesetz von 1927 ist die Schule eine Doppelanstalt. Für beide Schulformen ist Französisch die Pflichtsprache. Die Entscheidung für eine der beiden Anstalten kann je nach Neigung und Begabung in einer gewählten Klassenstufe erfolgen. Die erste Prüfung in der Oberrealschule mit 12 Primanern findet am 24. / 25. Februar 1930 statt. Kein Schüler fällt durch.

Bis 1925 leitet Oberstudienrat Hugo Fischer (Lützow Strasse 7, heute: Johann Gottlieb-Fichte-Straße 4, 1939) die Schule. Sein Nachfolger, Doktor Heinrich Lehmke, appelliert in seiner Antrittsrede an die nationalen Gefühle, vom Erleben und Wachsen der Seele. Die Erziehung muss im „Geist selbstloser Pflichterfüllung“ erfolgen. Wie das gemeint ist, erklärt der Direktor den Schülern und Lehrern auf der Feier zu Ehren des 80. Geburtstages von Hindenburg am 1. Oktober 1927. Nicht dessen Dolchstoßlegende und verheerende innenpolitische Rolle hinterfragt der Schuldirektor, sondern unkritisch feiert er ihn als Sieger von Tannenberg.

 


Schülerzahlen
 
1932
1933
 
Einheimische
Auswärtige
Zusammen
Einheimische
Auswärtige
Zusammen

Reformrealgymnasium

198
103
301
195
94
289

Oberrealschule

33
23
78
67
38
105

Summe

233
126
379
262
132
394
 

 

Entsprechend den Übergangsbestimmungen zur Vereinheitlichung des höheren Schulwesens vom 30. März 1937 wird das Realreformgymnasium in eine Städtische Oberschule für Jungen umgebildet. Mit dem Ministererlass vom 4. August 1937 erhält sie den Namen

Walter-Flex-Schule.

Am 10. Januar 1938 erhält die Schule in einer Feierstunde den Namen "Walter-Flex-Schule, Städtische Oberschule für Jungen".

 

Städtisches Luisen-Oberlyzeum

Städtisches Luisen-Oberlyzeum, Bild vor 1930

Anstaltsleiter: Oberstudiendirektor Dr. Ulrich Schroeder (20er Jahre)

Dann: Städtische Oberschule für Mädchen, Artilleriestrasse (Müntzerstraße) 22/23
Anstaltsleiter Oberstudiendirektor Doktor Benno Liebers

12 Klassen, 322 Schüler, 16 Lehrer, Schulgeld 160 RM (1933). Monatliches Schulgeld (um 1939): für Naumburger 20 Reichsmark und für Auswärtige 25 Reichsmark.

Von den Absolventinnen des Lyzeums erhalten einen Studienplatz: 1927: 12, 1928: 18, 1929: 15, 1930: 17, 1931: 16, 1932: 20, 1933: 19.

"Die Berufsberatung weist immer wieder", heißt es 1934 öffentlich, "auf die heutige Überfüllung der akademischen Berufe hin."

 


Schülerzahlen
des
Luisenoberlyceum

 
Einheimische
Auswärtige
Zusammen
Schulgeldaufkommen nach Abzug der Einnahmen pro Schülerin [Reichsmark]
1932
248
91
339
132,30
1933
228
94
322
160,00
 


Die Schule feiert am 2. September 1933 den 75. Jahrestag ihrer Gründung. 1847 entstand in der Bürgerschaft der Plan zur Gründung einer Höheren Mädchenschule. Das fand beim Magistrat keinen Anklang. So gründete sich diese Schulform zunächst nur durch den Zusammenschluss von Bürgern. Das Schulhaus befand sich damals in der Großen Neustraße 50 und später in der Fischstraße 22. Ab etwa 1883 können die Mädchen in die Seilergasse zur Schule gehen. Den Namen Luisenschule führt sie seit der Einweihung des Schulgebäudes in der Seilergasse am 17. April 1900. Am 18. April 1918 bezieht sie das Schulhaus in der Artilleriestraße 22 / 23. Sie verfügt über keine eigene Turnhalle und so müssen die Schüler die von der Berufsschule nutzen.

Über die Aufgaben des neuen Direktors des Luisen-Oberlyzeums, Doktor Benno Liebers, brauche man nicht viel Worte zu machen, sagt der Oberbürgermeister Uebelhoer bei dessen Amtseinführung. „Der Führer“, so tönt es in der Feierstunde am 6. März 1939, “habe in Mein Kampf in grundlegender Weise davon gesprochen, wie er sich die Erziehung der Jugend in seinem Staate denke. Wenn der neue Direktor das, was der Führer dort gesagt hat, als Richtschnur nehme, dann werde seine Arbeit segensreich für Schule und Volk sein. Die Aufgabe ist, dass wir den deutschen Volke Frauen erziehen mit einer mütterlichen Seele, geistiger Weite und praktische Lebensgestaltung. Es muss gelingen, auch an dieser Schule Mädchen zu erziehen, die sich dermaleinst ihrer Verantwortung in der Volksgemeinschaft bewusst und bereit sind zur Hingabe an das Große, an die Gemeinschaft des deutschen Volkes.“

 

Evangelisches Lehrerseminar (1910), Bild vor 1930

Evangelisches Lehrerseminar (1910), Seminar und Präparandenanstalt (1919).

Direktor: 1907-1923 Karl Schlichting

Ab 1926: Städtische Mittelschule für Knaben und Mädchen

Eupener Straße (Seminarstraße) 1b

Das Seminar Naumburg Ostern nimmt Ostern 1907 unter Leitung des Dirigenten Karl Schlichting als Königlicher Seminar-Direktor und Präparandenanstalts-Vorsteher mit 33 Präparanden und 34 Seminaristen seine Tätigkeit auf. Am 19. Oktober 1910 zieht das Seminar von der Mittelschule in das neue Schulgebäude um. Für die 24-monatige Lehrer-Ausbildung nutzt sie zunächst fünf Räume der Höheren Bürgerschule in der Schulstrasse. Ein Fachlehrersystem gibt es nicht. Drei Lehrer übernehmen den gesamten Unterricht. Im Jahr darauf erweiterte sich das Seminarkollegium. Der Ministererlass vom 6. Februar 1925 bestimmt die Auflösung der Seminare und Präparandenanstalten.


Städtische Mittelschule für Knaben und Mädchen
Mittelschulrektor Lehmann, Konrektor: Brechling

13 Klassen, 408 Schüler, 15 Lehrer, Schulgeld für Naumburger 144 RM, für Auswärtige: 204 RM (1933). Monatliches Schulgeld um 1939: für Naumburger 12 Reichsmark und für Auswärtige 15 Reichsmark.

„Ostern 1934 wurden wir in die Klasse VI der Mittelschule zu Naumburg an der Saale aufgenommen", erinnert sich Reinhold Kunze (2006). "Die meisten hatten zuvor vier Jahre die Michaelis- oder Georgenschule besucht, einige sind Schüler der Katholischen Elementarschule gewesen, und auch Fahrschüler, deren Zuhause in Bad Kösen, Laucha oder Freyburg war, gehörten zu unserer Klasse. Die Mittelschule befand sich im Gebäude des ehemaligen Lehrerseminars in der Eupener Straße.“ (Kunze)

 

Marienschule
Kaiser-Friedrich-Straße (Poststraße) 1

1914 Lazarett für 214 Personen

Bild 2005

Schulleiter: Rektor Reußner (1939)

19 Klassen, 892 Schüler, 19 Lehrkräfte (1933)

 

Salztorschule
Schulstraße
Schulleiter: Rektor Engel

Bild 2013

 

1932 besteht die 3. Volksschule in den Räumen der Schulstraße mit den Jungs-Klassen und in der Seminarstraße mit den Mädchen-Klassen.

Etwa im April 1933 erfolgt die Gründung der 4. Volksschule. Die Knaben verbleiben unter Leitung von Rektor Engel als 3. Volksschule (ab 1938 Salztorschule) in der Schulstraße: 17 Klassen, 757 Schüler, 16 Lehrer.

 

 

Hans Schemm,
geboren 6. Oktober 1891 in Bayreuth, gestorben 5. März 1935, unterrichtete seit 1910 in Wülfersreuth und Bayreuth. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte er dem Freikorps Bayreuth an, das an den Kämpfen in München teilnahm. Persönlich mit Adolf Hitler bekannt (1923) und Aktivist der NSDAP-Ortsgruppe in Bayreuth sowie Herausgeber der Wochenzeitung "Kampf für deutsche Freiheit und Kultur". 1927 gründete er den Nationalsozialistischen Lehrerbund.

 

Städtische Volksschule für Mädchen, ab 1938: Hans-Schemm-Schule Schulstraße. (Mädchen)

Schulleiter: Rektor Müller

Die Mädchen erhalten ihren Unterricht in der 4. Volksschule der Schulstraße (1933). Sie stand unter Leitung von Rektor Müller. Sie bestand aus 19 Klassen, 716 Schüler, 17 Lehrer (einschließlich Pestalozzi-Schule).

"Der Weg vom Ende des Linsenberges bis zur Schulstraße war schon weit," erinnert sich Dorothea Dammert für die Zeit um 1929. "Das Backsteingebäude Schulstraße war den Mädchen, das anschließende den Jungen vorbehalten."

 

Georgenschule
Städtische Volksschule (Knaben)
Wilhelm-Wagner -Straße 1

Bild 2005


Schulleiter Rektor Haunert (1939).
19 Klassen, 845 Schüler, 16 Lehrkräfte (1933)

„Als wir vor 67 Jahren am 15. April 1936 eingeschult wurden, betraten wir zum ersten Mal das Gebäude," schreibt Hans-Dieter Schütze über die Georgenschule, "das im Jahr 1998 sein 100-jähriges Jubiläum feierte. Gemeint ist die Georgenschule in der Wilhelm-Wagner-Straße, die damals noch Knabenvolksschule hieß. Der Bau war zu dieser Zeit gerade 38 Jahre alt und gehörte zu den modernsten und größten Schulen in der Stadt Naumburg. Dementsprechend war auch das neue Schulhaus eingerichtet. Der große rote Klinkerbau hat auch noch heute in seiner Front und seinen Ausmaßen durch seine Schlichtheit und Nüchternheit etwas Kasernenartiges an sich.“ (Schütze)

 

 

Schülerzahlen in den Volksschulen zu Beginn des Jahres 1933

 

 
Klassen
Einheimische
Auswärtige
Zusammen
Unterrichtsstunden

Georgenschule

19
842
3
845
450

Marienschule

19
887
5
892
528

3. Volksschule*

17
749
8
757
452

4. Volksschule

19
713
3
716
450

Summe

74
3191
19
3210
1880

 

*einschliesslich Hilfsschulklassen

 

 

 

Katholische Volksschule
(auch Katholische Elementarschule)
Große Salzstraße 26, 114 Schüler (1935),
Rektor Reuss

Bild 2005

 

Schulzeit von Friedrich Zitzmann (2006)

„Ich wurde im November 1923 in der Moritzstraße als 1. Kind eines Buchdruckers und seiner Ehefrau geboren. Ich besuchte von 1930-1938 die Salztor-Schule. … Meine Schulzuckertüte bekam ich Ostern 1930 in der 3. Knaben-Volksschule in der Schulstraße, die später in Salztor-Schule umbenannt wurde. Nebenan war die Mädchen-Volksschule und gegenüber neben der katholischen Kirche die katholische Schule. Hier habe ich noch in Erinnerung, dass wir beide Konfessionen eine Zeit lang gemeinsam unterrichtet wurden, dann mal getrennt, und dann wieder gemeinsam die gleichen “Pauker” hatten. Aus der Moritzstraße waren wir 9 Schüler in der gleichen Klasse bis zum 4. Schuljahr.“

(Zitzmann)

 

Die katholische private Volksschule Schule befindet sich in der Großen Salzstraße 26. Sie besteht seit 1858. 1935 lernen hier 114 Mädchen und Knaben. Ihr Träger ist die katholische Kirchgemeinde. Vom Regierungspräsidium erhält sie 1935 einen Zuschuss von etwa 3 630 Reichsmark. (Vgl. Katholisches Pfarramt 20.10.1935) Sie beschäftigt zwei hauptamtliche Lehrer. Schulgeld müssen die Eltern nicht aufbringen. Den Vorsitz des katholischen Privatschulvereins führt Herr Dechant Hesse. „Der Lehrplan entspricht dem einer öffentlichen Volksschule. Der Leiter sowie die Lehrkräfte kommen in jeder Hinsicht den Forderungen der nationalsozialistischen Erziehung nach,“ schreibt der Kreisschulrat von Naumburg 1936. „Auch die Schüler und Schülerinnen zeigen eine einwandfreie Haltung; eine große Anzahl von ihnen gehört dem Jungvolk und dem Bund deutscher Mädel an.“ (Kreisschulrat 1936)

 

Marie-Encke-Schule (Privatschule)

Theodor-Körner-Straße 7

Bild 2007

Schulleiter: Frau Marie Encke von 1907 bis Ostern 1934, Hertha Petermann (1934-1936), Studienassessorin Anneliese Streck (1936) bis zur Schliessung 1938

Die Marie-Encke-Schule war 1883 als Rektoratsschule gegründet worden. Seit 1903 untersteht sie der Regierung von Merseburg. Ihre Leitung liegt seit 1934 in den Händen von Frau Doktor Hertha Petermann. Marie Enke, die die Schule über 25 Jahre geleitet hatte, trat in den Ruhestand.

 

„Meine Grundschuljahre habe ich“, erinnert sich Hans-Gert Kirsche (2006), „nicht wie mein älterer Bruder an der städtischen Georgenschule verbracht, sondern an der privaten Marie-Encke-Schule in der Theodor-Körner-Straße, auf die auch viele unserer Bekannten ihre Kinder schickten. Das war eigentlich eine höhere Mädchenschule mit fünf, vielleicht auch sechs Klassenstufen, die bis Obertertia oder Untersekunda reichte.“

(Kirsche)

 

Die Turnhalle nutzt die Schule gegen Miete vom Domgymnasium. Am Ende der Ausbildung unterziehen sich die Schülerinnen einer Abschlussprüfung in Droyßig oder Halle. Das wäre auch im Dezember 1935 noch bei den Schraderschen Vorbereitungsanstalten in Magdeburg möglich. Nur sind den Eltern in diesen „geldarmen Zeiten“ (vgl. Marie-Encke-Schule, 9.12.1935) die damit verbundenen Aufwendungen nicht mehr abzuverlangen. So bleibt nur, die Klassen bis zu O III fortzuführen, um dann die Verbindung zu einer Höheren Schule, dem Oberlyzeum in Naumburg zu suchen. Erst dadurch kann die Arbeit der Schule, heißt es im Antrag von 1935, richtig gewürdigt werden. Dies kommt der Stadt entgegen, denn sie will hier künftig nur noch einen Klassenzug aufrechterhalten.

Im gleichen Jahr werden die Grundschulklassen aufgelöst. 1938 löste sich die Schule auf.

 

Pestalozzischule (Hilfsschule)
Eupener Strasse 1 c

Sie verliert 1933 ihre Selbstständigkeit und wird in die 4. Volksschule eingliedert. Zunächst nutzt sie Räume in der Seilergasse, später in der Eupener Straße 1c, also der Hans-Schemm-Schule eingegliedert.

 

Städtische Haushaltungsschule
für schulentlassene Mädchen
(Bild)

Die Ausbildung der Mädchen in Haushaltsführung und Kochen erfolgte in den Räumen der Hans-Schemm-Schule und sie stand unter der Leitung von Frau

Die Schule wurde im Oktober 1889 vom Oberbürgermeister Emil Kraatz gegründet und institutionalisierte sich zunächst in den gemieteten Räumen der städtischen Mittelschule. Im Dezember 1926 wurde sie in die Claudius Straße 16 und von dort 1932 in die Bürgergartenstraße 8 verlegt.

1933: 44 Schülerinnen, Schulgeld: 6 Reichsmark pro Monat.
Schulküche, Schulstraße (Teil der Hans-Schemm-Schule)
Leiterin: Frau Agnes Möller-Kautzleben.

 

Städtische gewerbliche und kaufmännische Berufsschule
angegliedert die Handelsschule mit zweijährigem Lehrgang

Seilergasse 6

Bild vor 1930

Schulleiter: Berufsschuldirektor Bischoff, dann Diplom-Handelslehrer Doktor Hilker.

In jedem Ausbildungsjahr 4 Klassen, 518 Schüler, 7 Lehrkräfte; angeschlossen die Mädchen-Handelsschule mit 32 Schülerinnen (1933).

 

Landfrauenschule Naumburg
Lehranstalt der Landesbauernschaft Sachsen-Anhalt, Neidschützer Straße 1.
Erste Schulleiterin: Frau E. Kellner, ab 1938 Frau Elli Janetzki.

Im Herbst 1931 zieht die Landfrauenschule von Nebra nach Naumburg in den modern eingerichteten Neubau in der Neidschützer Straße (1). Den 42 Schülerinnen (1931/32) stehen eine riesige Küche, Wirtschaftsräume, ein Lehrsaal für Schneiderei und Weißnäherei zur Verfügung. In allen landwirtschaftlichen Bereichen sowie der Haushalts- und Wirtschaftsführung erhalten sie Unterricht. Die Schule besitzt eine großes hölzernes Hühnerhaus. Auf dem 9 500 Quadratmeter großen Grundstück ist Platz für einen eigenen Gemüsegarten. Die Schülerinnen bewohnen behagliche Zimmer. Zum Essen finden sie sich in einem großen Speisesaal zusammen. Eine herrliche Veranda lädt zur gemütlichen Zusammenkunft ein. Mit der Einrichtung Lehranstalt verfolgt die Landwirtschaftskammer der Provinz Sachsen das Ziel, die Arbeit der Frau auf dem Lande durch Ausbildung zu erleichtern, um so der Landflucht Einhalt zu gebieten.

"Die Aufgabe der Schule bestand darin, den Töchtern der ländlichen Bevölkerung, den zukünftigen Landfrauen, die theoretischen und praktischen Kenntnisse zu vermitteln, die zur Führung eines ländlichen Haushalts erforderlich sind. Die Landfrauenschule war mit allen neuzeitlichen Einrichtungen eines ländlichen Haushalts ausgestattet." (Kindermann)

 

Lehrlingsfachschule der Baugewerbe-Innung Naumburg
Peter-Paul-Strasse (ehemaliges HJ-Heim).

Eröffnet am 5. April 1937. Lehrzeit: 3 Jahre.

 

 

Von der Notwendigkeit
des demokratischen Umbaus

"Der Lehrkörper", fordert der Präsident der Provinz Sachsen Doktor Erhard Hübner (1881-1958) am 3. August 1945, "muss aus solchen Lehrern bestehen, die nicht nazistisch und militaristisch eingestellt und bereit sind, die Schule im demokratischen Sinne umzubauen. Die Reinigung des Lehrkörpers hat nach den Richtlinien der Provinzverwaltung durch die Bezirksverwaltung sofort zu erfolgen." "Alle Lehrer die von der Naziregierung infolge einer antifaschistischen Betätigung aus dem Amt gebracht wurden, sind sofort in den Schuldienst zu übernehmen und bei fachlicher Eignung in leitende Stellung zu bringen."

Das war für die zuständige Schulbehörde und Stadtverwaltung eine schwierige Aufgabe, denn Naumburgs Schulen trugen in der Vergangenheit gerne ihren antidemokratischen Habitus zur Schau, brüsteten sich der militaristischen Erziehung und unterstützten begeistert die nationale Erhebung (Hitler). Besonders die reaktionäre Rechte (nicht zu verwechseln mit politisch konservativ denkenden Bürgern) nahm auf die Schulen enormen Einfluss. Erinnert sei nur an die militärischen Übungen des Stahlhelms mit den Schülern aus den oberen Klassen, die Aktivitäten zur Gründung des Nationalsozialistischen Schülerbundes (1930) oder an Georg Wilhelm Schiele als stellvertretenden Vorsitzenden des Privatschulvereins der Marie-Enke Schule.

Erzieher und Lehrer im Format von Wilhelm Zils, Heinrich Lemcke, Professor Otto Hermann Steche oder Roland Langermann exekutieren nicht nur die Staatsideologie des Nationalsozialismus, sie bereicherten sie mit einem Nationalsozialismus von unten.

Es war tatsächlich so, die Hauptaufgabe des Schulunterrichts bestand in der "Erziehung zu nationalsozialistischer Weltanschauung und Staatsgesinnung" (NS-Schule). Deshalb waren die Forderungen von Erhard Hübner verständlich und berechtigt.

 

 

Auf dem Wege zum alten Gymnasium. Bund aller Naumburger Domschüler. Nachrichtenblätter, Juli 1936, Heft 20, Seite 28-31

Belau, Detlef: Interview mit Wolfgang Krehahn (Naumburg) am 28. Juli 2011.

Blüthgen, Paul, Brief an den Herrn Regierungspräsidenten in Merseburg durch den Herrn Oberbürgermeister in Naumburg (Saale). Naumburg, den 1. Juni 1945. Stadtarchiv Naumburg, Sonderakten des Magistrats Naumburg an der Saale. Band a. Angefangen am 17.01.1903. Geschlossen 1948, Archivsignatur 8520, Blatt 53 f.

[Blüthgen] Gespräch mit Herrn Blüthgen, Naumburg, Lessingstraße 17. 25. August 1958, unveröffentlicht

[BND NB] Bund alter Naumburger Domschüler, Nachrichtenblatt, 1938, Heft 24, Seite 37

Borkowsky, Professor Ernst: Unser heiliger Krieg. Mit 25 Bildern von Professor Walter Klemm, Emil Preetorius und Hans Baluschek. Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar 1914

Dammert, Dora, Naumburg (um 1929): Schulwege. Internetseite des Stadtmuseums Naumburg, www.museumnaumburg.de, Januar 2006

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Fragen zur Neuordnung der höheren Schulen. Naumburg, den 29. Juni 1938. Archiv der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz

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Autor:
Detlef Belau


Geschrieben: Oktober 2007. Aktualisiert:
30. Dezember 2011

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