Arthur Graf von Posadowsky-Wehner
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Arthur Graf von
Posadowsky-Wehner
(1845-1932)
Nach einem Porträt
von Fritz Amann
(1878-1969)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Arthur Graf von Posadowsky-Wehner

"Zu meiner Zeit saß", erinnert sich Hans-Gert Kirsche 2006, "in der Kurie der schlesische Graf von Posadowsky-Wehner, seinerzeit Böttichers Nachfolger im Reichsamt des Inneren und später Reichstagsabgeordneter der Deutschnationalen Volkspartei. Er sah aus wie der leibhaftige Weihnachtsmann, denn er trug einen riesigen weißen Vollbart vor sich her, und war in der Stadt, wo man ihn häufig auf den Straßen sah, sehr beliebt. Als er [am 26. Oktober] 1932 starb, folgte fast ganz Naumburg seinem Sarge, es war wie ein Staatsbegräbnis."

Wer ihn kannte, achtete und bewunderte ihn. "Seine Hauptstärke war," steht 1907 im Zeugnis der Volksstimme aus Magdeburg, "die fleissige Durchdringung der zahlreichen Einzelheiten seines Ressorts, verbunden mit einer gewissen Nachdenklichkeit, also einer in preussischen-deutschen Regierungskreisen höchst seltenen Eigenschaft." Das sozialdemokratische Blatt nennt ihn einen

Vertreter des sozialen Königtums,

dessen Ziel, die Geistige und wirtschaftliche Hebung der minderbemittelten Klassen war.

"Posadowsky war ein konservativer Mann" (Grieser), und wie Paul Wittko (1856-1958) 1925 hinzufügt, ".... aber nicht weniger als ein typischer Junker." Konservativ - bis zur Fortschrittlichkeit - schon, aber kein Junker, dies war er nicht. Die Kaufmannsgehilfen-Tagung am 9. Februar 1926 in Naumburg begrüsst Graf Posadowsky-Wehner als

Vorkämpfer der deutschen Sozialpolitik.

Die Frankfurter Zeitung vom 25. Oktober 1932 erinnert daran, wie aus dem "Minister gegen die Sozialpolitik" einer für Sozialpolitik geworden ist.

Die Naumbuger Sozialdemokraten stehen ihm natürlich kritisch gegenüber, wovon eine Begebenheit zum Fest der Arbeit 1930 erzählt.

 

Arthur Graf von Posadowsky-Wehner wurde am 3. Juni 1845 als Sohn des Oberlandesgerichtsrats Graf von Posadowsky in Groß-Glogau geboren. Nach dem Studium der Staats- und Rechtswissenschaften in Berlin, Heidelberg und Breslau beginnt seine steile Karriere: 1867 Promotion zu Dr. jur.. Vier Jahre später tritt er bei der Regierung in Posen als Regierungsreferendar und -assessor in den Verwaltungsdienst. Seine Tätigkeit als Landrat in Wongrowitz, des Kreises Kröben (Rawitsch) und Landeshauptmann in Posen währt von 1873 bis 1893. Von 1882 bis 1885 zieht Posadowsky-Wehner für die Freikonservative Partei im Wahlkreis Fraustadt-Kröben in das Preußische Abgeordnetenhaus ein. Es folgt von 1885 bis 1889 die Tätigkeit als provisorischer Leiter der Verwaltung Posen, dann 1889 als Landesdirektor beziehungsweise ab 1890 als Landeshauptmann.

"Einem Konflikt zwischen dem Staatssekretär des Reichsschatzamtes von Maltzahn und dem preussischen Finanzminister Johannes von Miquel verdankte Posadowsky, dessen finanzpolitische Leistungen in Posen den Kaiser beeindruckt hatten, seinen Übererraschenden Aufstieg in ein Regierungsamt." (Bahlke 2006, 94) Ab 1. September 1893 übernimmt er die Aufgabe eines Staatssekretärs im Reichsschatzamt.

 

Ära Posadowsky 1897-1907

Ab 1. Juli 1897 ist er Staatssekretär in Reichsamt des Innern und Stellvertreter des Reichskanzlers.

Im Juli 1899 erfolgte mit Zustimmung der Reichstagsabgeordneten der SPD die einheitliche Festlegung der Höhe der Invalidenrenten. Auf seine Initiative hin wird am 1. Juni 1901 die Gewerbeordnung verabschiedet, welche den Mutterschutz verbessert, die Nachtarbeit und Arbeit an Sonn- und Feiertagen für die Werkleute in Industrie und Bau sowie die Kinderarbeit unter 13 Jahren verbietet. 1903 wird die Zahlung der Krankenunterstützung von 13 auf 26 Wochen verlängert. Arbeiterwohnungen werden finanziell gefördert. Die Gesetze zu den Gewerbe- (1901) und Kaufmannsgerichten (1904) sollen die Arbeitskonflikte friedlich regeln. Sie erkennen den Arbeiter als gleichberechtigten Vertragspartner der Unternehmer an, der im Ergebnis des Bergarbeiterstreiks von 1905 weitere Rechte erringt.

"Er widersprach auf das heftigste, wenn der Centralverband deutscher Industrieller Forderungen, die der Gesundheit und körperlichen Unversehrtheit am Arbeitsplatz galten, als sozialdemokratisches Anliegen zurückwies." (Bahlke 20, 96)

Posadowsky-Wehner macht sich also mit dieser Sozialpolitik, die verfassungsrechtliche und verfassungspolitische Fragen ausklammern wollte, besonders bei den Konservativen, nicht nur Freunde. Zumal er gern vom Materialismus der besitzenden Klasse sprach. Besitz war seiner Überzeugung nach immer eine Annehmlichkeit, selten ein Verdienst und niemals eine Tugend. (Vgl. Ministerieller)

 

 

Zuchthausvorlage


Rede
vor dem Reichstag 1905


hören
(1: 46 Minuten, mp3)

Überwindung der Sozialdemokratie und des Materialismus

Geistige und sittliche Wiedergeburt des deutschen Volkes durch Opferfreudigkeit und Selbstlosigkeit

Trotz Wahlrecht kann die Herrschaft der besitzenden Klassen aufrechterhalten werden

 

In der Schrift Sozialreform oder Revolution? (1899) von Rosa Luxemburgs (1871-1919) findet sich eine versteckte Replik auf Arthur Graf von Posadowsky-Wehner. Sie führt die Rede über

"Attentaten auf das allgemeine Reichstagswahlrecht".

Als Staatssekretär im Reichsamt des Innern hatte er am 11. Dezember 1897 an die Regierungen der deutschen Einzelstaaten ein geheimes Rundschreiben, worin gesetzliche Maßnahmen gegen das Streikrecht und die Koalitionsfreiheit gefordert, gesandt. Den Sozialdemokraten war es gelungen, das Geheimdokument in die Hand zu bekommen, was sie am 15. Januar 1898 im Vorwärts veröffentlichten.

In seiner Oeynhausener-Rede vom 6. September 1898 kündigte Wilhelm II. die für 1899 vorgesehene Gesetzesvorlage an. Friedrich Naumann (1866-1919) nimmt 1899 in einem Vortrag ebenfalls gegen die Zuchthausvorlage Stellung. Schließlich lehnt sie der Reichstag mit einer übergroßen Mehrheit ab.

Mit dem Scheitern der Zuchthausvorlage, beginnt bei Posadowsky-Wehner ein Umdenkungsprozess. Nunmehr sucht der Vizekanzler (1897) in sozialen Fragen mit der SPD und der Arbeiterbewegung eher den Ausgleich. Er will den Bau von Wohnungen für Reichsangestellte forcieren, um der Ausbeutung durch Hausbesitzer und Grundeigentümer entgegenzutreten. Während seiner Amtszeit werden bedeutende wirtschafts- und sozialpolitische Reformen realisiert. Zugleich soll damit die SPD politisch isoliert werden.

 

 

Ministerieller Massensturz

"Wat rausschmeissen wollen Se mir. Ich habe vierzehntägige Kündigung. Mit mir jeht det nicht so wie mit Posadowsky`n."

Simplicissimus. 12. Jahrgang, No. 16. München, den 15. Juli 1907

Unter der Kanzlerschaft von Leo von Caprivi (1890-1894) und Carl Viktor Fürst von Hohenlohe-Schillingsfürst (1894-1900) konnte er seine Leistungskraft voll entfalten. Aber als Bernhard von Bülow (1900) das Amt übernahm, traten die "Temperamentsunterschiede" (Wittko) deutlich zu Tage. Unstimmigkeiten entstanden und blieben bestehen. Natürlich waren es im Kern nicht die Temperamentsunterschiede.

Der Kampf gegen die Herero in Deutsch-Südwestafrika und die Niederschlagung des Aufstandes der Nama kostete den deutschen Kolonialherren viel Geld. Staatssekretär Bernhard Dernburg (1865-1932) wies 1906 die Kritik an der deutschen Kolonialverwaltung und den Krieg gegen die Hottentotten und Hereros scharf zurück. Ein Nachtragshaushalt wird fällig. Posadowsky stimmte mit dem Zentrum und der SPD im Reichstag dagegen. Bernhard von Bülow löst den Reichstag auf. Sein Stellvertreter unterstützt die Innen- und Aussenpolitik nicht mehr, obwohl er, schon um seine sozialpolitischen Ziele durchzusetzen, gewillt war sich anzupassen. Doch die Widersprüche waren nicht mehr zu klammern.

Es kommt zum ministeriellen Massensturz. Graf Posadowsky-Wehner tritt am 22. Juni 1907 als Staatssekretär des Inneren zurück. "Das wichtigste Ereignis bildet", meldet die sozialdemokratische Volksstimme aus Magdeburg am 25. Juni 1907, "zweifellos Posadowsky Sturz. Mit ihm scheidet aus der Reichs- und preussischen Staatsregierung

die einzige bedeutende Persönlichkeit, der letzte, dem auch der Gegner Achtung entgegen bringen konnte."

Sein Nachfolger wird der preussische Polizeiminister und spätere Reichskanzler Theodor von Bethmann-Hollweg.

Der Kaiser verleiht Posadowsky-Wehner die Stelle und Pfründe des Domdechanten am evangelischen Domkapitel in Naumburg (Saale).

Hintergrund für den ministeriellen Massensturz sind grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten über den Staatskurs. Doktor Graf von Posadowsky-Wehner führt in der Reichstagssitzung am 9. März 1907(344) die Auseinandersetzung ihren Gegnern. Er streitet gegen die Auffassung, dass die Sozialpolitik ein "verhängnisvoller Schritt" sei und für den Schwachen nur das Notwendigste zu geschehen hat. Oft äußern sich Politiker nicht in dieser schroffen Weise, sagt er, aber sie bekämpfen jeden einzelnen Schritt. Ein Volk, dass in der Bildung fortgeschritten, stellt auch im Unglück höhere Anforderungen an seine Lebensführung, als die Armenpflege gewähren kann. "Deshalb kann ein Volk von dem Kulturstande des deutschen Volkes die Sozialpolitik nicht aufhalten und nicht aufgeben, trotz aller stillen und offenen Gegner." (344/345)

 

 

Zur Wohnungsfrage

 

Veröffentlichungen
(Auswahl)

Über die Altersversorgung der Arbeiter (1883)

Geschichte des schlesischen adligen Geschlechtes der Grafen Posadowsky-Wehner, Freiherren von Postelwitz
(1891)

Luxus und Sparsamkeit
(1909)

Die Wohnungsfrage als Kulturproblem (1910)

Volk und Regierung im neuen Reich (
1932)

 

Zum 5. Januar 1910 bittet ihn der Bayerische Verband für Wohnungsförderung in München zum Vortrag. Auf der öffentlichen Versammlung referiert er zum Thema:

Die Wohnungsfrage als Kulturproblem.

Zunächst erörtert er die Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Es klingen kritische Untertöne zur Kolonialpolitik an: In den besten Kolonien, wie Südwestafrika, die 26 Jahre zu Deutschland gehören, siedelten lediglich 6 210 Deutsche, während sich die Bevölkerung im gleichen Zeitraum um 18 Millionen erhöhte. "Auch die wärmsten Vertreter einer starken Kolonialpolitik werden hiernach die Hoffnung kaum mehr aufrecht erhalten können, dass unsere Kolonien imstande wären, einen irgendwie nennenswerten Teil unserer wachsenden Bevölkerung aufzunehmen." Ob in Deutschland überhaupt ein entbehrlicher Bevölkerungsüberschuss besteht, erscheint ihm sehr fraglich.

Doch wenn wir den jetzigen Kulturstand halten wollen, sagt der Graf, dann müssen genügend Wohnstätten geschaffen werden, die den gesundheitlichen und sittlichen Anforderungen genügen. Dies erfordert die Wohnungslage in Deutschland. Gegenwärtig lebt die Stadtbevölkerung zu vier Fünftel in Kleinwohnungen mit zwei bis drei Räumen. "Aber nur in sehr großen Entfernungen von ihrer Arbeitsstelle können sie sie finden `zum Schaden ihrer Arbeits- und Nachtruhe und ihres Familienlebens`". Etwa 63 Prozent der Bevölkerung leben in Zwei- bis Dreizimmerwohnungen. In einzelnen Orten sind sie bis 59 Prozent mit zwei, ja sogar mit drei Schlafgängern belegt, was "die kaum glaubliche Zerrüttung des Familienlebens in den Arbeiterfamilien" erklärt. Der Staat muss, fordert er, einen anderen Weg im Wohnungsbau einschlagen. Und die Gemeinden müssen endlich vorsorglich und reichlich Grund und Boden ankaufen, um ihn zu realistischen Preisen dem Wohnungsbau zur Verfügung stellen zu können.

In der sozialdemokratischen Wochenschrift Die Neue Zeit urteilt ein Rezensent über Posadowskys (1910) Vortrag:

"Und wenn Posadowsky noch nicht a. D. wäre, die Kreise, deren Interessen er als Minister vertreten hat, würden, ihn nach dieser Rede schonungslos wegjagen. Doch freilich als er noch im Amte war, hat er an den geheiligten Privilegien der Kapitalisten nicht gerüttelt."

 

Von 1907 bis 1918 ist Posadowsky-Wehner Mitglied des Preußischen Herrenhauses und von 1912 bis 1918 parteiloser Abgeordneter für den Wahlkreis Bielefeld im Reichstag.

 

 

Wertekanon

Arthur Graf von Posadowsky-Wehner referiert am 2. April 1918 in Dresden auf dem christlich sozialen Kongress. Interessant ist, der politisch-moralische Wertekanon, den er in seiner Rede so formuliert:

"Wir sollten uns enger an das Eigene anschliessen und unsere Heimat höher schätzen lernen, die Jugend zu glühendem Staatsbewusstsein, zu Sparsamkeit, Sittenstrenge, Tüchtigkeit erziehen."

"Dann wird Deutschland die Führung der Welt übernehmen und die Welt am deutschen Wesen genesen" (Wittko), denkt der Deutschnationale noch im Frühjahr 1918. Nicht von ungefähr gehört er zu den Gründungsmitgliedern der DNVP.

"Ich habe seinerzeit gegen die Friedensresolution vom Juli 1917 im Reichstag gestimmt ….",

teilt er 1919 den Naumburgern mit und fügt an:

"Wer eine solche Friedensresolution faßt, erweckt den Verdacht, daß er die Hoffnung auf den Sieg aufgegeben hat, und erschüttert damit auch die Siegeszuversicht des Heeres."

 

Abrechnung mit der wilhelminischen Politik
in der Reichskrone von Naumburg

Reichskrone um 1910. Zeichnung.

Am 15. Januar 1919 lädt der Vorsitzende der Ortsgruppe der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) Naumburg Dr. med. Jebsen zur Volksversammlung in die Reichskrone am Bismarckplatz ein. Vor einer ausserordentlichen Zahl von Männern und Frauen aller (!) Parteien referiert der DNVP-Kandidat für die Nationalversammlung Arthur Graf von Posadowsky-Wehner zum Thema: Über die heutige Lage und die Aufgaben der Zukunft. Schon eine Stunde vor Beginn ist der grosse Saal überfüllt. Bei Eintritt in den Saal wird der Referent von den Anwesenden mit lebhaften Beifall begrüsst.

Deutschland baute bekanntlich mit viel Kraft und Geld eine Flotte auf, eröffnet der Graf seine Rede, und fährt fort:

  • Nach dem Ausscheiden des Fürsten Bismarck, fuhren wir "mit vollen Segeln in Weltpolitik". Wir suchten uns eine starke Flotte zu schaffen und grossen Kolonialbesitz zu erwerben. Im Krieg konnte dies Flotte "keine ihrer Aufgaben lösen". Sie konnte weder unseren Handel schützen, noch zur Verteidigung der Kolonien beitragen. Nichtmal die Überführung der Truppen der feindlichen Länder auf die belgischen und französischen Schlachtfelder verhinderte sie. Damit nicht genug.

  • "Man kann sehr zweifelhaft sein, ob es richtig war, durch den unbeschränkten U-Boot-Krieg uns die gewaltige wirtschaftliche und finanzielle Macht Amerikas zu offnem Feinde zu machen …"

  • Der Wunsch nach Kolonien scheint wirtschaftlich verständlich. "Die Begründung aber, dass wir Kolonien haben müssten, um dorthin unseren Menschenüberfluss abzuführen und dem Vaterlande zu erhalten, war für ein Land wie Deutschland, welches jährlich 1 ¼ Million fremder Arbeiter einführte, um seine Bergwerke auszubauen, seine Fabriken zu betreiben und den deutschen Acker zu bestellen, tatsächlich unrichtig."

  • "Wollten wir erfolgreich Weltpolitik treiben, so durften wir uns bei der Annexion Bosniens und der Herzogowina nicht als Sturmbock Oesterreichs gegen Russland ausnutzen lassen."

  • "Heute kann kein Zweifel mehr darüber sein, dass diese verfehlte Weltpolitik die Möglichkeit geschaffen hat, einen Ring von Feinden um uns zu schmieden, der schliesslich droht, zur Sklavenfessel für uns zu werden."

  • Das System des multilateralen Bündnisgeflechts war eine ganz wichtige Ursache für die unheilvolle Entwicklung zum Weltkrieg.

Deutschland darf seine nationalen Kräfte nicht überschätzen, deshalb muss man der Rüstungs-, Kolonial- und Außenpolitik Fesseln anlegen. Die "entscheidende Frage der Gegenwart heisst", formuliert Arthur Graf von Posadowsky-Wehner am 15. Januar 1919 in der Reichskrone von Naumburg, "Volkststaat unter Mitwirkung sämtlicher Klassen unseres Volkes oder sozialistischer Staat unter alleiniger Führung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei".

 

 

Rede vor der Nationalversammlung

Arthur Graf von Posadowsky-Wehner

Am 11. Februar 1919 unterliegt der Vizekanzler a. D. in der Wahl zum ersten Reichspräsidenten dem Sozialdemokraten Friedrich Ebert. Drei Tage später hält er als DNVP-Fraktionssprecher in der Nationalversammlung die wichtigste Rede seines Lebens. Was kann, was muss der Bürger angesichts der tiefen politischen Krise des Konservatismus und desolaten Lage der bürgerlichen Parteien von ihm erwarten? Verheddert sich der dreiundsiebzigjährige in programmatischen Debatten? Oder ufert alles in Anwürfen oder personellen Streitereien aus? Nicht ohne Grund forderte Theodor Heuss am 17. Januar 1917 in Stuttgart vor der Deutschen Demokratischen Partei, dass die Parteien jetzt ihre Regierungsfähigkeit unter Beweis stellen müssen, um das Land aus der Krise zu führen. Wenn die Schrift "Die Deutschnationale Volkspartei 1918 - 1924" von Werner Liebe richtig aufgenommen wurde, ist sie darauf nicht vorbereitet. Was ist Graf Arthur von Posadowsky-Wehner in dieser wahrlich historischen Situation imstande zu leisten?

 

Zur Überwindung des Dreiklassenwahlrechts in Preußen

"1901 hatten auch in Naumburg eine Anzahl Arbeiter ihre Aufnahme in die Wählerliste beantragt. Und da gab es wieder den Beweis, daß die Besitzenden stets bemüht waren, Arbeiter um ihre Rechte zu bringen. Einer Anzahl ärmerer Eltern waren Schulbücher für ihre Kinder von der Armenverwaltung genehmigt worden. Das wurde als Armenunterstützung angesehen, die betreffenden Väter erhielten somit nicht das Wahlrecht." (Leopoldt 238)

Das Dreiklassenwahlrecht galt von 1849 bis 1918 für die Wahl des Abgeordnetenhauses und der Stadtverordneten in Preußen. Vor der Wahl werden die Urwähler entsprechend der von ihnen gezahlten direkten Steuern in drei Wahlklassen eingeteilt, die jeweils zu gleichen Teilen Steuern aufbringen. Dann wählt jede dieser Wahlklassen die gleiche Anzahl von Wahlmännern. Diese bestimmen in einem weiteren Wahlgang die Abgeordneten. Folglich entscheidet eine reiche, oder doch zumindest wohlhabende Minderheit, vertreten in der ersten bzw. zweiten Wahlklasse, mit zwei Drittel der Wahlmänner über die zu wählenden Abgeordneten. Damit gewährt das Dreiklassenwahlrecht ein allgemeines, aber kein gleiches Wahlrecht. Es ist schlicht gesagt undemokratisch! Hiergegen formiert sich Anfang des 20. Jahrhunderts eine Wahlrechtsbewegung. Beispielsweise streiken in Hamburg am 17. Januar 1906 die Arbeiter für ein demokratisches Bürgerschaftswahlrecht.

 

Das alte System war für ihn weder ein Obrigkeitsstaat noch staatliche Gewaltherrschaft. Jede "Herabsetzung des alten Staates" begreift er als inakzeptabel. So will er das konservative Selbstbewusstsein nicht weiter belasten und desavouieren. Dennoch verhält er sich nicht unkritisch gegenüber der jüngsten Vergangenheit, wie die Rede vom 15. Januar 1919 in der Reichskrone beweist.

Vor 1918 herrschte nicht der Militarismus, führt Posadowsky-Wehner aus. Dafür ist er jetzt in Gestalt der Arbeiter- und Soldatenräte "in der weitesten Form zur Macht gelangt".

Deutschland darf nicht die Kriegsschuld zugeschoben werden. Nach der Entlassung von Bismarck "sind wir mit vollen Segeln in die Weltpolitik hineingefahren, die uns nur Feinde gemacht hat, ohne irgendwelche sichtbaren Resultate damit zu erreichen." So war die Flottenrüstung umsonst, denn im Krieg konnte sie keine Aufgabe wirklich lösen. Besser wäre gewesen, den Bau von U-Booten zu forcieren. Dann hätte "das Resultat des Weltkrieges ein wesentlich anderes" sein können. Zudem leitete Deutschland eine verfehlte Kolonialpolitik. Den Krieg verlor aber das Heer nicht. Er ging verloren, "weil sich durch sehr perfide Maßregeln unserer Feinde die Manneszucht in unserem Heere zu lockern begann".

"Auf dem Gebiete der Steuergesetzgebung" vertrete ich "sozialistische Gedanken", lautet in dieser wichtigen Finanzangelegenheit seine Position. "Unsere Kriegssteuerpolitik war eine verfehlte, nicht nur weil sie den Grundsätzen der Gerechtigkeit nicht entsprach, sondern auch weil mit der Schonung, die sie dem Besitz gewährte, eine kriegsverlängernde Wirkung verbunden war."

"Besonders auf dem Gebiet der Steuergesetzgebung werden wir Gelegenheit bekommen sozialistische Gedanken zu vertreten. Hier stehen wir vor nahezu gigantischen Aufgaben. Wir werden Steuern der mannigfachsten Art zu schaffen haben."

"Die wirtschaftliche Lage unseres Volkes erfordert, dass mit der Steuergesetzgebung die Spitzen beschnitten werden, so etwa wie man bei Bäumen die Spitzen beschneidet, damit der Unterbau nicht verkümmert." - Sehr richtig, schallt es an dieser Stelle seiner Rede von den Sozialdemokraten herüber. - Wer zweifelt nach "den unermesslichen Opfern, die unsere besitzlosen Volksmassen in den Kriegsjahren gebracht haben und heute noch bringen ..." daran, dass dies im Volk Zustimmung findet?

Zurecht legt die Regierung auf die Erfassung der Einkommen, Vermögen und Erbschaften grossen Wert. Trotzdem werden die Summen, die der Staat braucht, nicht aus diesen Quellen zu schöpfen sein.

Die Vergesellschaftung der Betriebe ist für den DNVP-Mann eine Frage, ob dadurch "die Produkte billiger und besser gestaltet" werden können. Es dürfe keine "unsinnigen Lohnsteigerungen" geben, weil das zur Inflation führt. Drohungen gegen das "arbeitslose Einkommen" sind volkswirtschaftlich gefährlich und zersetzend, denn die Betriebe benötigen dringend Kredite und Investitionen. Deshalb darf man das Kapital nicht wegsteuern.

Doch der entscheidende Satz der Rede lautet:

"Wir werden daher an der Wiederaufrichtung des Vaterlandes sachlich und gewissenhaft mitarbeiten. Den gewaltsamen Umsturz haben wir jederzeit verurteilt und halten auch jetzt …. an dieser Auffassung fest."

Die Fraktion der Deutschnationalen Volkspartei in der Nationalversammlung ist unter Führung dieses Mannes (!) bereit am nationalen Aufbauwerk mitzuwirken, die Republik zu stärken und die wirtschaftliche Katastrophe abzuwenden.

Hieran fügt sich nahtlos das Urteil von Doktor Andreas Grieser (1868-1955), ehemals Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium, 1933 von den Nationalsozialisten entlassen, der in ihm einen Politiker erkannte, der konservative Ideen organisch mit der Modernisierung verbinden kann.

In den Debatten der Nationalversammlung entwirft er auf der Grundlage konservativer Wertorientierung klare Vorstellungen darüber, wohin Regierung und Staat steuern sollen. Für ihn ist Versailles "eine geschichtliche Urkunde volkswirtschaftlichen Unverstandes" (PWc 2897). Sein Glaube an die konstitutionelle Monarchie als beste Staatsform, "welche den sicheren Gang der Staatsmaschine gewährleistet" (PWc 2893), scheint ungebrochen. Trotzdem trägt Posadowsky-Wehner ehrlich die republikanische Wende mit. Hauptsache "keine kommunistischen Experimente" (PWd 752). Arbeiter- und Soldatenräte, die "fortgesetzt in die lokale Verwaltung" eingreifen und zur "Desorganisation" beitragen (PWb) sind unerwünscht. Das Betriebsrätegesetz ist vernünftig, doch dürfen die Arbeitnehmer nicht "in die Art des Betriebes selbst hineinsprechen können, dass ihnen die Bilanzen vorgelegt werden müssen" (PWc 2898). Leider brachte der November 1918 einen "Schlag gegen die Religion selbst". Doch man darf die Kirche nicht behandeln wie einen Privatverein, denn sie ist eine "tausendjährige öffentliche Korporation" (PWe).

 

Arthur Graf von Posadowsky-Wehner wohnte am Domplatz 8 (Ägidienkurie)

Kapp-Putsch

DNVP-Mitglied Wolfgang Kapp (1858-1922) putscht im März 1920 gegen die Reichsregierung. Graf Posadowsky-Wehner macht nicht mit, weil es mit seiner Überzeugung vom demokratischen Verfassungsstaat unvereinbar. Er verlässt die Putsch-Partei und sucht die Zusammenarbeit mit der Zentrumspartei. Im politischen Naumburg von Georg Schiele, dem mächtigen Stahlhelm und des immer noch aktiven Alldeutschen Verbandes, war jetzt mit einer Einladung zum Treffen der streng nationalen Familie nicht mehr zu rechnen.

 

Geburtstag

Zum 80. Geburtstag gratuliert ihm die Regierungsprominenz, darunter: Reichspräsident Hindenburg, Reichskanzler Doktor Luther, Reichswirtschaftsminister Neuhaus, General der Infanterie Doktor Rießer, Vizepräsidenten des Reichstages, der Bund der Domschüler, die Direktion des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg und der Domherr von Naumburg, Großadmiral Hans von Köster (1844-1928).

 

Einweihung der steinernden Gedenktafel im Dom

Zusammen mit der Stadtprominenz weihen die Schüler des Domgymnasiums

am 24. August 1924

 

Es starben im Weltkriege den Tod fürs Vaterland von den ehemaligen Schülern des Domgymnasiums

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Quelle: Archiv der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeit

 

an der westlichsten Seite der Nordwand im Kreuzgang des Naumburger Doms ihren im Ersten Weltkrieg gefallenen Kameraden eine steinernde Gedenktafel. 148 Namen sind auf ihr eingemeißelt. Zwei, Ewald und Würzig, fügt man später noch hinzu. "Von den 16 Abiturienten von Ostern 1912 finden sich sieben auf der Tafel wieder, von 15 Kriegsbegeisterten, die es im August 1914 nicht abwarten konnten, in den Krieg zu ziehen, sind acht Namen in den Stein gehauen," ermittelte Julia Ziegler (2009) in einer Studie über die Kriegsgefallenen des Naumburger Domgymnasiums.

Auf der langen Ehrenliste steht der Name Peter-Paul Hollaender. Er fiel am 26. Oktober 1917 im Alter von 25 Jahren in Flandern. Sein Vater Doktor Ludwig Hollaender war Oberlehrer am Domgymnasium. Mutter Julie Hollaender lebte nach dem Tode ihres Mannes noch etwa zwanzig Jahre in der Grochlitzer Straße 18. Seinen Bruder Doktor Otto Hollaender verfolgten die Nationalsozialisten.

An 57. Stelle in der Liste - Es starben im Weltkriege den Tod fürs Vaterland von den ehemaligen Schülern des Domgymnasiums - steht der Name Gerhard Hemprich. Er ist der Sohn des grossartigen Lehrers und Jugendpflegers Karl Hemprich (geboren 17.12.1867), der 1908 aus Freyburg (Unstrut) kam und die Knabenschule (Georgenschule) als Rektor übernahm. 1913 wechselt er als Königlicher Seminar-Oberlehrer auf die neu geschaffene Stelle des Bezirksjugendpflegers in Merseburg und leitet nach Kriegsausbruch im Rahmen seiner Zuständigkeit die Mobilmachung der Jugend. Was und wie alles zu geschehen hat, auf welchen gesetzlichen Grundlagen, wie dies organisiert wird, was die Bezirks-, Kreis- und Ortsausschüsse für Jugendpflege zu tun haben, legt er  1 9 1 4  auf 16 Seiten Format A 5 unter dem Titel

Die militärische Vorbereitung der Jugend
während des mobilen Zustandes

dar. Ein Jahr später zerfleischt die Kriegsbestie seinen Sohn Gerhard, eines seiner vier Kinder aus der Ehe mit Gertrud (geborene Wächter). Der Primaner, blond, blauäugig, hochgewachsen, gesund und immer heiter, hatte sich freiwillig zum Infanterieregiment 67 nach Metz gemeldet. Schon im zarten Alter starb ihr Sohn Siegfried. Und Tochter Kätchen raffte eine unheilbare Erkrankung im Alter von acht Jahren dahin. "Diese Wunde hat sich nie wieder geschlossen." Aufopferung und Einfühlungsvermögen für die Jugend von Karl Hemprich haben wahrscheinlich hier ihre Quelle. (Vgl. Weicker 45-47)

Kreuzgang des Naumburger Doms
mit Gedenktafel (2005)

Inschrift: Ruhmvoll ist das Schicksal des Gefallenen, glücklich ihr Los.

 

 

Erinnerungsarbeit

Hans-Gert Kirsche, um 1930: "Das große Schulfest im Spätsommer wurde weit draußen im Buchholz gefeiert, auf der großen Festwiese beim "Waldschloß" an der Neidschützer Straße, auch das eine Tradition einer an Traditionen reichen Schule, aber im Verlauf nicht so viel anders als anderswo. Erst Sportwettkämpfe der Klassen, ein Handballspiel, Kaffeetafel mit den Eltern und etwaigen Geschwistern, Turn- und Gymnastikvorführungen auf der Wiese, Theateraufführung der Primaner, Preisverleihung und Siegerehrung. Etwas Besonderes war nur der Abschluss am Abend. Da zogen wir alle mit brennenden Pechfackeln bewehrt in langem Zug wieder in die Stadt hinunter, die Musikkapelle voran. Der Fackelzug endete auf dem Kreuzganghof, wo in einer Ecke die Gedenktafel für die Gefallenen der Schule angebracht war (1914-1918 stand oben, und darunter 165 Namen), gruppierte sich vor den Schwibbogen im Geviert, und die Fackeln wurden in der Mitte zu einem lodernden Scheiterhaufen zusammengeworfen. Irgendwo aus dem Dunkel des Kreuzgewölbes rezitierte ein Sprechchor raunend vaterländische Verse, der flackernde Flammenstoß warf gespenstische Lichter auf die im Hintergrund düster aufragende viertürmige Kulisse des Domes, und uns alle durchschauerte weihevolle Rührung, während die Musik intonierte: "Ich hatt' einen Kameraden...". Nicht mehr als vier Jahre später wurde es Zeit, an eine neue, noch größere Tafel zu denken: man hatte wieder angefangen, massenhaft fürs Vaterland zu töten und zu sterben."

Hans-Gert Kirsche

 

An diesem Sonntag (24.8.1924) treffen sich um 1/2 9 Uhr die Domschüler auf dem Schulhof. Eine Stunde später sitzen sie brav in der Marienkirche. Pfarrer Mühe predigt:

"Brüder, deutsche Treue bis in den Tod! So waren die unsern, so wollen auch wir werden: Männer der Treue."

Nach dem Gottesdienst ziehen Schüler, Lehrer und Gäste im geschlossenen Zug zum Platz des Denkmals in den Kreuzgang des Doms um. Bald fabuliert hier Graf Posadoswky-Wehner von Deutschland als einer sittlichen Weltmacht in des Wortes edelster Bedeutung. Einem Staatsminister a.D. glaubt der in wilhelminischer Tradition erzogene Bürger fast alles. Der Ort ist feierlich geschmückt. Vor der Tafel aus Krensheimer Kalkstein wachen je zwei Offiziere der Marine und der Feldgrauen, Angehörige des Bundes Alter Naumburger Domschüler (BAND). Auf ein Zeichen hin entfernen sie die Verhüllung. Aber zunächst hält der Architekt des Denkmals, Herr Graumüller aus Saaleck, eine kurze Ansprache. Er dankt dem Bildhauer Josef Heise für das Gesamtwerk und Kunstmaler Professor Hugo Gugg (1878-1956) für den überkrönten Aufsatz der Steintafel, der den Kopf eines jugendlichen Kämpfers mit Stahlhelm darstellt. Dann hebt der Vorsitzende vom BAND zur Ansprache an. Dies ist eine Stätte der Trauer, des Dankes und des Trostes, sagt Professor Flemming. Aber dies ist kein Denkmal, das mahnen soll, wie es Julia Ziegler (2009) treffend formuliert, sondern es soll eine Erinnerung an die Kämpfenden sein.

Dann werden die Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen 150 Domschüler feierlich verlesen. Anschließend hebt Arthur Adolf Graf von Posadowsky-Wehner Freiherr von Postelwitz zur Rede an:

"Der Krieg hat ungezählten Familien unheilbare Wunden geschlagen und über unser gesamtes Vaterland unsägliches Leid gebracht. Die Ereignisse der Vergangenheit erscheinen uns bisweilen wie ein böser Traum, man fragt sich immer von Neuem, wie es möglich war, dass dieses mächtige Deutschland, von Kaiser Wilhelm I. und seinem großen Staatsmann auf unabsehbare Zeit geschaffen, nach kaum einem halben Jahrhundert von seiner stolzen Höhe sinkt. …. Deutschland ist ein Kontinentalstaat; es ist das Herzstück Europas. Wie ein Felsen schien es zu stehen inmitten unseres Erdteils, in der trüben Flut politischen Hasses und heimlicher Begehrlichkeit unserer Feinde ringsum. Seine sozialen, wissenschaftlichen und technischen Leistungen, seine Bildungsstätten, sein Beamtentum und seine Staatseinrichtungen wurden trotzdem in aller Welt bewundert. ... Weder die Regierung noch das deutsche Volk haben den Krieg gewollt; er ist von unseren offenen und heimlichen Feinden im Stillen jahrelang gegen uns geplant, militärisch vorbereitet und uns schließlich aufgezwungen [worden]. … Das große deutsche Volk darf niemals auf seine Zukunft verzichten …" (Posadowsky-Wehner 24.8.1924)

Hier schimmert das wilhelminische Geschichtsbild durch: Deutschland schlägt von England der Handelsneid entgegen, Frankreich trachtet nach Revanche für 1870 / 71 und in Russland regiert der deutschlandfeindliche Panslawismus.

"So möge" dieser Gedenkstein, fährt er in der seiner Rede fort, "einen Merkstein bilden zur Aufrichtung des von Unrecht geknechteten Vaterlandes." "Und setzet ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein." Dieser Vers aus dem siebenstrophigen Wechselgesang des Vorspiels zur Trilogie Wallenstein, Ein dramatisches Gedicht von Schiller (1800), kann wohl kaum zu einer sinnvollen Antwort auf die Grundfragen nach dem Ersten Weltkrieg anregen, steht er doch im Kontext des Dreißigjährigen Krieges. Hier flackert wieder die Erinnerung an das heroische Zeitalter auf, das 1918 untergegangen ist und dessen Menschenbild die Dialektik der Aufklärung so charakterisiert:

"Wer stirbt, ist gleichgültig, es kommt aufs Verhältnis der Vorfälle zu den Verpflichtungen der Kompanie an." (Horkheimer 91)

Im September 1933 wird dieses politische Denken im Bürgergarten als Langemarck-Denkmal in Beton gegossen.

Immer wieder bemühen die deutschnationalen Vordenker bei Ehrungen, Kranzniederlegungen und Festakten stimmungs- und salbungsvoll, das Bild von dem zu

"Unrecht geknechteten Vaterland" (Posadowsky).

Daran knüpft die Revisions- und Revanchepolitik der Nationalsozialisten an.

 

1925 wählt man ihn in den Landtag der Provinz Sachsen.

 

 

Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung

Noch einmal wird der Graf in der Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung aktiv. Darin engagieren sich vor allem die früheren Mitglieder des Sparer- und Hypothekengläubigenverbandes, die mit der Regierung trotzen, weil das Gesetz über die Aufwertung von Hypotheken und anderen Ansprüchen vom 16. Juli 1925 einen Vermögensverlust bis zu 97 Prozent brachte. Am 21. Oktober 1927 kommen die Unzufriedenen zur Versammlung im Preußischen Hof zusammen und delegieren den Vizekanzler a. D. zum Parteitag der Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung nach Stuttgart. Von 1928 bis 1932 vertritt er sie im preußischen Landtag und übernimmt das Amt des Alterspräsidenten.

 

 

Arthur Graf von Posadowsky-Wehner

 

Obwohl sich die Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung ein halbes Jahr nach dem Tod von Arthur Graf von Posadowsky-Wehner in Hitlers Arme wirft, kann man nicht sagen, dass er dem nationalsozialistischen Herrschaftsmodell irgendwie nahe gestanden hat. Nicht die Diktatur ist sein Ziel, sondern der Volksstaat, der die faire Beteiligung aller Klassen und Schichten an der Machtausübung bewerkstelligen soll.

 

 

Konservativer Vordenker
der staatsbürgerlichen Erziehung

Als Dechant des protestantischen Domkapitels Rechtsritter des Johanniterordens übernimmt Arthur Graf von Posadowsky-Wehner für die Domschule eine Vordenkerfunktion in der staatsbürgerlichen Erziehung der Jugend.

 

Stiftisches Domgymnasium
Studiendirektor Dr. Bruno Kaiser

Patronat
Domkapitel zu Naumburg an der Saale

Herr Staatsminister a.D.
Dr. Graf von Posadowsky-Wehner

 

In diesem Lichte muss man seine Rede auf dem Festakt aus Anlass des 900-jährigen Jubiläums der Domschule vom 29. August bis 1. September 1930 sehen.

"Ich entsinne mich noch gut an die 900-Jahr-Feier der Schule im Sommer 1930," schreibt ein Zeitzeuge, "die mit großem Pomp begangen wurde.

Als Vierjähriger sah ich aus einem Fenster unserer Wohnung am Bismarckplatz (der jetzt nicht mehr so heißt) den Festzug unter mir vorbeiziehen, in dem mein Bruder unter den Sextanern und mein Vater unter den Abiturienten des Jahrgangs 1907 mit marschierten. Rührend und zugleich imponierend das Defilee dieser unzähligen dickbäuchigen, glatzköpfigen oder grauhaarigen alten Herren, die aus aller Welt gekommen waren, um mit der blauen Schülermütze auf dem Kopf das Jubiläum ihrer alten Schule zu feiern." (Kirsche 2006)

Viele hundert Schüler und Gäste reisen Ende August 1930 nach Naumburg. Vor Beginn der Feierstunde müssen die Teilnehmer von der Aula in der Marienkirche in den Dom umziehen. Der 85-jährige Dechant hält die Festrede. Besonderen Wert legt er auf sittliche und ethische Erziehung der Jugend, wenn er sagt:

"Das selbstlose Staatsgefühl ist es, welches zur Größe eines Volkes führt, erhaben über den Streit der Parteien. Die höchste Aufgabe der Schule ist es deshalb, dieses Staatsgefühl in den Herzen der Jugend zu entwickeln … Die Schule soll nicht nur wissenschaftlich lehren, ihre hohe Pflicht ist, sittlich zu erziehen."

"Religiöses Gefühl, Achtung vor den Rechten der anderen, strenge Selbstbeschränkung, sachliches und damit gerechtes Urteil über den Menschen und Zustände, körperliche Selbstzucht, das sind die Aufgaben der ethischen Erziehung, welche der Schule neben der Bahn der Wissenschaft obliegen." (Büchner 1933, 33)

Der von Arthur Graf von Posadowsky-Wehner präsentierte Wertekanon der schulischen Erziehung gilt bei den Nationalsozialisten nicht als erstrebenswert. Hier spiegelt sich der Unterschied zwischen wertkonservativer und nationalsozialistischer Denkweise.

1932 erscheint sein Buch Volk und Regierung im neuen Reich. Aufsätze zur politischen Gegenwart.

Am 23. Oktober 1932 stirbt Arthur Adolf Graf von Posadowsky-Wehner in Naumburg. Er fällt der Vergessenheit anheim. Für die Nationalsozialisten waren alle Konservativen, die nicht mit ihnen im Gleichschritt marschieren wollten, eh nur Reaktionäre.

 

Zwischenbericht

Nach seinem Tode fand Arthur Graf von Posadowsky-Wehner in der Regionalgeschichte lange Zeit keine Beachtung. Im Stadtarchiv fehlen Hinweise auf Aufsätze oder Studien zu seinem Wirken und Schaffen in Naumburg. Alle, wirklich alle haben ihn vergessen. Warum er nach 1945 in Ostdeutschland keine Beachtung fand, ist leicht zu erklären, fällt jedoch aus dem vorgegebenen thematischen Rahmen. Interessanterweise hält dieser Umgang nach 1990 an.

2006 und 2012 erscheinen je ein Aufsatz über ihn (Vgl. Bahlke und Herzig).

 

Was ist
"konservativ"?

"Konservativ sein heißt nicht, die Interessen und Überlieferungen einer Gesellschaftsklasse dauernd festzulegen, konservativ im echten und staatsmännischen Sinne heißt vielmehr: den Staat und die Gesellschaft entsprechend den Anforderungen und Bedürfnissen der Zeit organisch fortzuentwickeln, damit allen Klassen der Bevölkerung die Überzeugung erhalten bleibt, dass der geschichtlich gewordene Staat nicht nur eine innere Notwendigkeit, sondern auch die höchste Wohltat für alle Gesellschaftsklassen ist." (Andreas Grieser - 1868-1955 - . Vorwort zu Volk und Regierung im neuen Reich, 1932, 6)

 

Der Kandidat der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) für die Nationalversammlung rechnet am 15. Januar 1919 in der Reichskrone mit der Welt-, Flotten-, und Kolonialpolitik von Wilhelm II., die soviel Leid und Unglück über Deutschlands Bürger gebracht hatte, ab. Ausser Arthur Graf von Posadowsky-Wehner war dazu mit diesem Stahlgeruch kaum ein anderer Politiker willens und fähig.

Ihm missfällt, dass der Staat zu einer grossen Versorgungsanstalt geworden ist. Das "Parteiinteresse", welches "maßloseste und finanziell unverantwortliche Wünsche vertritt", ist für ihn Ausdruck einer versteinerten Parteiauffassung. (Volk und Regierung 1932, 115)

Der Staat braucht seiner Ansicht nach dringend ein beherrschendes Nationalbewusstsein, spartanische Einfachheit der Sitten, edle Selbstlosigkeit und unerschütterliche Pflichttreue der Volksmassen. Das bedeutet, "dass im republikanischen Staatswesen die Pflichten des einzelnen Staatsbürgers erheblich höher sind als in der Monarchie, wo die monarchische Regierung als selbständige Machtquelle der gesetzgebenden Versammlung gegenübersteht und das Recht hat, Gesetzesentwürfe, welche ihr bedenklich erscheinen, abzulehnen. Leider ist in weiten Kreisen

diese größere Verantwortlichkeit der Staatsbürger

bisher noch nicht zu Bewusstsein gekommen. Es gibt sogar eine Richtung, welche offen erklärt, dass sie mit Politik nichts zu tun haben will. Es ist dies eine Auffassung, welche nur bedacht auf den eignen, behaglichen Lebensgenuss, für keine öffentliche Angelegenheit zu haben ist, die sich nicht auf ihre eignen persönlichen Bestrebungen und Wünsche bezieht." (Volk und Regierung 1932, 72)

Grössten Wert misst Posadowsky-Wehner der

Entfaltung des Rechtsbewusstseins der Bürger

bei, der dieser Frage zu wenig Aufmerksamkeit widmet. "Es genügt nicht," heisst es in Volk und Regierung 1932 (72), "dass die gesetzgebenden Körperschaften fortgesetzt je nach den bestehenden Mehrheitsverhältnissen Gesetze beschließen und die Regierung aus politischen Gründen denselben willfahrt. Gesetze müssen sich durch jahrelange Anwendung im Rechtsbewusstsein des Volkes einbürgern, um tatsächlichen Gesetzeswert zu erlangen; durch die Veröffentlichungen in den Gesetzblättern wird die Rechtskraft nur urkundlich festgestellt, aber kein Rechtsbewusstsein geschaffen."

Im Unterschied zu vielen anderen Politikern der Deutschnationalen Volkspartei, erlaubt ihn seine verfassungsrechtlich fundierte Haltung zum Staat nicht, den Kapp-Putsch zu unterstützen. Es ist nur ein Hinweis darauf, von welcher Tiefenwirkung sein Staats- und Politikverständnis ist. Überdies imponiert der Konservative durch eine klare politische Sprache, die Phrasen, Leersätze und jede Ausdrucksweise, die auf eine politische Abwertung der Unterschichten hindeuten könnte, meidet.

Die herrschende Verfassung begreift er 1932 als die freiheitlichste der Welt

"Eine soziale Gefahr …" ist, betont er Volk und Regierung (1932), die "kalte Selbstsucht eines Volkes gegenüber leidenden Schichten" (74). Deshalb weist er die Oberschicht, Reichen und Eliten konkret und kulturell ansprechend in ihre staatsbürgerliche Verantwortung für ein gedeihliches Staatswesen ein. Sie versandet nicht in der mehr entlastenden als auffordernden Formel Eigentum verpflichtet. Er warnt: "Die Kultur eines Volkes ist nicht nach dem Lebensstandard der oberen Volksklassen, sondern nach den Daseinsbedingungen der zahlenmäßig überwiegenden Masse zu beurteilen." (1932, 127)

Als Politiker tragen Arthur Graf von Posadowsky-Wehner tief verankerte humanistische Werte. Sein Ziel ist die Integration aller Bürger in ein gemeinschaftlich zu schaffendes Staatswesen, das die

"Grundrechte des Menschen",

gewährt (1932, 19). Vornan stehen als ein Zeichen für ein hoch entwickeltes Geistesleben die Freiheit des Glaubens und der politischen Meinungsäusserung. Voraussetzung dafür ist erstens die "würdige Selbstbeschränkung jedes einzelnen Staatsbürgers." Ohne diese "muß die verfassungsmäßige versprochene Freiheit schließlich zur inneren Zerrüttung des Volksleben und Staates führen." (33) Zweitens fordert die Verwirklichung der Freiheit vom Bürger staatsbürgerliche Verantwortung. Seine erste Pflicht ist "die Abgabe seiner Wahlstimme". "Nach der Beteiligung an den öffentlichen Wahlen kann man das Gefühl der politischen Verantwortlichkeit und Reife eines Volkes beurteilen." (73)

Wäre Deutschland auf diesen politischen Weg vorangeschritten, gelangte der Faschismus 1933 nicht an die Macht.

 

 

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Bahlke, Joachim: Sozialpolitik als Kulturaufgabe. Zu Leben und Wirken des schlesischen Politikers Arthur Graf von Posadowsky-Wehner (1845-1932). In: Silesia Nova, 4/ 2066, Seite 93 bis 100

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Horkheimer, Max, Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Fischer Verlag, Frankfurt am Mai 1997

Grieser, Dr. Andreas: Zum Geleit Graf Posadowsky. In: Volk und Regierung im neuen Reich. Aufsätze zur politischen Gegenwart v. Dr. theol. (h.c.), Dr. med. (h.c.), Dr. jur. Arthur Graf Posadowsky-Wehner, Allgemeinem Stellvertreter des Reichskanzlers, Kaiserlicher Staatssekretär des Innern, Königl. Preuß. Staatsminister i. R. Mit Gedenkwort v. Staatssekretär Dr. A. Grieser, Berlin. Richard Schröder Verlag, Berlin 1932

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[PWa] Rede von Graf von Posadowsky-Wehner. Reichstagsprotokolle 1919/20, 1. Nationalversammlung. 27. März 1919, Seite 836 bis 839
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[PWb] Rede von Graf von Posadowsky-Wehner. Reichstagsprotokolle 1919/20, 1. Nationalversammlung. 27. März 1919, Seite 836 bis 839
http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_wv_bsb00000011_00107.html

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[PWc] Rede von Graf von Posadowsky-Wehner. Reichstagsprotokolle 1919/20, 1. Nationalversammlung. 7. Oktober 1919, Seite 2892 bis 2900
http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_wv_bsb00000014_00032.html

[PWd] Rede von Graf von Posadowsky-Wehner. Reichstagsprotokolle 1919/20, 1. Nationalversammlung. 13. März 1919, Seite 752
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[PWe] Rede von Graf von Posadowsky-Wehner. Reichstagsprotokolle 1919/20, 1. Nationalversammlung. 14. Februar 1919, Seite 79 bis 88.
http://www.reichstagsprotokolle.de/Blatt2_wv_bsb00000010_00086.html

Posadowsky-Wehner, Arthur Graf von: Weltenwende. Gesammelte politische Aufsätze von Graf Posadowsky. Walter Hädecke Verlag, Stuttgart 1920

[Posadowsky] Rede von Posadowsky-Wehner zur Denkmalseinweihung am Sonntag, den 24. August 1924. In: Domgymnasium zu Naumburg an der Saale. Bericht der Hauptversammlung des Bundes der Alten Domschüler und die Denkmalsweihe. Naumburg, 1924, Seite 14 bis 15

Posadowsky-Wehner. In: Bund alter Naumburger Domschüler zu Naumburg a. d. Saale, Viertes Mitgliederverzeichnis und Bericht über die Denkmaleinweihe. Druck von H. Sieling, Naumburg an der Saale, Ostern 1925

Posadowsky, Graf: Im Lichte der Wirklichkeit. "Naumburger Tageblatt", Naumburg, den 9. Januar 1926

Posadowsky-Wehner, Arthur Graf von: Volk und Regierung im neuen Reich. Aufsätze zur politischen Gegenwart von Dr. Arthur Graf Posadowsky-Wehner, Allgemeinem Stellvertreter des Reichskanzlers, Kaiserlicher Staatssekretär des Innern, Königl. Preuß. Staatsminister i. R. Mit Gedenkwort v. Staatssekretär Dr. A. Grieser, Berlin 1932

Posadowsky-Wehner, Arthur Graf von: Staatsmann aus Glogau. "Neuer Glogauer Anzeiger", Juni 2001, Heft 6

[Über] Graf von Posadowsky-Wehner. "Frankfurter Zeitung". Frankfurt am Main, den 3. Juni 1930

[Über] Graf von Posadowsky 85 Jahre alt. "Deutsche Allgemeine Zeitung". Ausgabe Groß-Berlin. Berlin, den 3. Juni 1930

[Über] Graf Posadowsky. "Frankfurter Zeitung". Frankfurt am Main, den 25. Oktober 1932

Schemann, Ludwig: Wolfgang Kapp und das Märzunternehmen vom Jahre 1920. J. F. Lehmanns Verlag München, Berlin 1937

Freiherr: Ein Naumburger [Über Arthur Graf von Posadowsky-Wehner]. Von Klaus-Dieter Kramer. "Naumburger Tageblatt". Online:
http://www.naumburger-tageblatt.de/freiherr-ein-naumburger-366786, 03. Dezember 2014

Voigt, Arno: Bilder vom Jagow-Prozess. "Die Weltbühne". 18. Jahrgang, 12. Januar 1922, Heft Nummer 2, Seite 31 ff.

Weicker, Hans, Stadtjugendpfleger von Weissenfels: Der Mensch, sein Werden und sein Wirken. In: Hans Weicker und Emil Saupe: Karl Hemprich. Ein Leben im Dienste der Jugend. Verlag Friedrich Stollberg (Ernst Schnelle), Merseburg (Saale) 1927, Seite 5 bis 94

Wittko, Paul: Graf von Possadowsky. "Weser-Zeitung". Nummer 276, 2. Juni 1925

Ziegler, Julia: Versuch der Rekonstruktion der Lebensgeschichte WK I - Kriegsgefallener des Naumburger Domgymnasiums. Universität Leipzig, Historisches Seminar, Abgabe: 10. Juli 2009, Erstkorrektor: Professor Dr. A. Kenkmann

Autor: Detlef Belau


Geschrieben:
2010

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